Meldet das Login, dass Ihr Online Banking gesperrt ist, steht zunächst die Frage nach der Ursache im Raum. In den meisten Fällen steckt keine Panne dahinter, sondern ein Schutzmechanismus der Bank. Er greift, sobald mehrmals falsche Zugangsdaten eingegeben wurden oder am Zugang etwas verdächtig wirkt. Dieser Ratgeber zeigt, woran Sie den Grund erkennen, welche Wege zur Entsperrung führen und was Sie danach beachten sollten.

Warum die Bank den Zugang sperrt
Der häufigste Auslöser ist die dreimalige Falscheingabe der PIN. Banken zählen jeden Fehlversuch mit, denn ein Unbefugter würde genau so versuchen, ein Passwort zu erraten. Nach dem dritten Fehler macht das System dicht. Nach drei Fehlversuchen verhängt die Commerzbank zunächst eine Sperre von zwei Stunden, nach zwei weiteren Fehlversuchen eine von 24 Stunden, und im fünften Versuch nennt sie den Zugang endgültig gesperrt. Sparkassen und HypoVereinsbank beschreiben dagegen eine vorläufige Sperre, die sich mit richtiger PIN und TAN wieder aufheben lässt. Von Haus zu Haus gelten also andere Regeln.
Zweite Ursache ist eine vergessene PIN. Das passiert nach dem Urlaub oder nach langer Pause, und es endet leicht in einem Versuchsmarathon, der die Sperre erst auslöst. Hören Sie nach dem zweiten Fehlversuch lieber auf und nutzen Sie die Funktion für vergessene Zugangsdaten.
Dritte Ursache sind falsche Kennungen. Die Sparkasse nennt die Meldung, die Benutzerkennung sei gesperrt, wenn die eingegebenen Daten gar nicht für Online Banking freigeschaltet sind. Hier hilft nur die Rückfrage bei Ihrer Bank. Dasselbe gilt, wenn Sie nichts falsch gemacht haben und der Zugang trotzdem zu ist: Ob Banken in solchen Fällen aus Sicherheitsgründen von sich aus sperren, wird auf den Hilfeseiten nicht näher erläutert, ein Anruf bringt Gewissheit.
So gelingt die Entsperrung
Der schnellste Weg führt meist über die App. Im Haus der Commerzbank lässt sich der Zugang in der photoTAN App über den Menüpunkt Zugang entsperren freigeben, sofern die Biometrie aktiviert ist; anschließend vergeben Sie per Fingerabdruck oder Gesichtserkennung eine neue PIN. Als vorläufig beschreibt die HypoVereinsbank ihre Sperre: Sie tragen Ihre Direct Banking Nummer ein, füllen die Sicherheitsprüfung aus, geben die korrekte PIN ein und bestätigen mit einer TAN. Einige Sparkassen verlangen nur, die richtige PIN zweimal und danach eine gültige TAN oder die Freigabe in der pushTAN App. Klappt das nicht, führt der Link Zugangsdaten vergessen auf der Anmeldeseite weiter, andernfalls die Kundenberatung.
Zweiter Weg ist das Telefon. Privatkunden schaltet die Commerzbank rund um die Uhr unter 069 5 8000 8000 frei. Danach darf die alte PIN einmal erneut getippt werden, und erst wenn auch das scheitert, schickt die Bank eine neue PIN per Post. Halten Sie Ihre Kontodaten bereit, denn der Mitarbeiter muss sich vergewissern, dass wirklich der Inhaber anruft.
Dritter Weg ist der Brief. Das Online Formular für vergessene PINs der Commerzbank löst aus, dass eine neue achtstellige PIN mit der Post eintrifft. Ein Nachsendeauftrag leitet diesen Brief nicht weiter, nach einem Umzug landet er also an der alten Adresse. Zu etwaigen Kosten für die Freischaltung äußern sich die gelesenen Seiten nicht. Das Preis und Leistungsverzeichnis Ihrer Bank gibt Auskunft.
Karte und Zugang nicht verwechseln
Zwei Sperren geraten leicht durcheinander: die der Bankkarte und die des Online Banking. Der Sperr Notruf 116 116 ist rund um die Uhr erreichbar. Nach Angaben der Sparkasse sperrt er Karte und Online Banking Zugang, etwa bei Verlust, Diebstahl oder einem Phishing Angriff. Zum Aufheben einer Sperre dient die Nummer nicht, dafür bleibt Ihre Bank zuständig.
Auch die Geheimzahlen sind verschieden. Girocard PIN, Online Banking PIN und das Passwort der Banking App gehören jeweils zu einem anderen Zugang. Tippen Sie beim Login versehentlich die Kartenzahl ein, entstehen Fehlversuche, und die Sperre löst sich selbst aus. Prüfen Sie deshalb zuerst, welche Nummer das Anmeldefenster überhaupt verlangt.
Stand die Sperre im Zusammenhang mit einer verdächtigen Mail oder einem Anruf, ist Eile geboten. Informieren Sie Ihre Bank sofort, sehen Sie die letzten Umsätze durch und melden Sie unberechtigte Abbuchungen umgehend. Je früher die Bank davon erfährt, desto besser lässt sich der Schaden eingrenzen.
Wie Sie die nächste Sperre vermeiden
Ein Passwortmanager nimmt Ihnen das Erinnern ab und tippt die Zugangsdaten fehlerfrei ein. Mit eingerichteter biometrischer Anmeldung der Banking App wird die PIN seltener gebraucht, und Tippfehler fallen weg. Notieren Sie Zugangsdaten niemals im Handy neben dem Banking Zugang, sondern an einem getrennten, sicheren Ort.
Ebenso wichtig ist Misstrauen gegenüber Nachrichten, die zur Eingabe von PIN oder TAN auffordern. Banken fragen solche Daten weder per Mail noch am Telefon ab. Gefälschte Seiten sehen echten täuschend ähnlich, deshalb sollten Sie die Adresse der Bank stets selbst in den Browser eingeben oder die offizielle App nutzen. Haben Sie versehentlich Daten preisgegeben, hilft keine Entsperrung allein: Lassen Sie die Zugangsdaten ändern und besprechen Sie das weitere Vorgehen mit Ihrer Bank. Bei Streit über Haftung für abgebuchte Beträge erteilt die Verbraucherzentrale Auskunft, gegebenenfalls ein Fachanwalt für Bankrecht. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung.