Konto auflösen ohne Sparbuch

Auf einen Blick vorab

Ein Girokonto schließen Sie ohne Sparbuch. Knifflig wird es beim Sparkonto, dessen Buch fehlt. Dann melden Sie den Verlust, lassen sperren und warten, ob die Bank bei kleinem Guthaben ein Duplikat ausstellt. Bei höheren Beträgen verlangt das Amtsgericht ein Verfahren.

Wollen Sie ein Konto auflösen ohne Sparbuch, kommt es zuerst auf die Kontoart an. Das Girokonto läuft über Karte und Kontoauszug, das Sparbuch dagegen ist ein Papier, das die Bank bei Auszahlungen sehen will. Fehlt es, ist das Guthaben nicht weg, aber der Weg zur Auszahlung wird länger. Dieser Text schildert den üblichen Ablauf und ersetzt keine Beratung durch Bank oder Anwalt.

Warum die Bank das Sparbuch sehen will

Rechtlich gilt das Sparbuch als Urkunde, gegen deren Vorlage die Bank auszahlen darf. Deshalb prüft sie bei Abhebungen, ob Ihnen das Buch gehört, und verlangt es meist auch bei der Kündigung. Ohne Buch fehlt der Beleg, und die Bank muss sicherstellen, dass nicht später ein Dritter mit dem Original auftaucht und ebenfalls Geld fordert.

Das Guthaben bleibt trotzdem verbucht. Auch handschriftlich geführte Sparbücher lassen sich im Bankensystem nachvollziehen. Hilfreich sind die Kontonummer und ein vereinbartes Losungswort. Fehlen sie, helfen der Zeitpunkt der Eröffnung oder die letzten Ein- und Auszahlungen bei der Suche. Legen Sie einen Ausweis bereit, und notieren Sie, wo Sie das Buch zuletzt gesehen haben, denn die Bank fragt danach.

Bevor Sie Verlust melden, suchen Sie gründlich, denn eine Meldung löst Sperre und Gebühren aus. Alte Sparbücher liegen gern in Schubladen, Schließfächern oder Nachlassunterlagen von Angehörigen. Wird ein Buch später doch gefunden, nachdem Sie es als verloren gemeldet haben, informieren Sie die Bank umgehend. Schon eine einfache Abfrage beim Kundenservice zeigt, welche Konten auf Ihren Namen laufen, und verhindert, dass ein vergessenes Sparkonto unbemerkt weiterläuft.

Verlust melden und Sperre veranlassen

Je früher Sie das Sparkonto sperren lassen, desto besser. Die Bank nimmt den Verlust auf und meldet ihn laut Presseberichten der Polizei. Üblich ist eine Sperre für vier Wochen, wofür die Bank Gebühren nehmen kann. Die Höhe steht im Preis- und Leistungsverzeichnis. Lassen Sie sich die Meldung schriftlich bestätigen und behalten Sie eine Kopie, denn spätestens im Gerichtsverfahren brauchen Sie den Nachweis mit Datum.

Bleibt das Buch weg, hängt der nächste Schritt vom Guthaben ab. Bei Beträgen unter der Bagatellgrenze, die in älteren Berichten meist mit 2.000 Euro genannt wird, genügt meist eine Schad- und Klagloshaltungserklärung. Damit erklären Sie, dass die Bank aus der Auszahlung keine Ansprüche befürchten muss. Spätestens fünf Wochen nach der Verlustmeldung soll die Bank ein Duplikat ausstellen oder die Verfügung über das Guthaben freigeben. Diese Zahlen stammen aus Berichten von 2019, fragen Sie deshalb nach, was bei Ihrer Bank heute gilt.

Aufgebotsverfahren bei höherem Guthaben

Liegt der Betrag über der Grenze, verlangen Banken ein gerichtliches Aufgebotsverfahren, an dessen Ende das Sparbuch für kraftlos erklärt wird. Zuständig ist das Amtsgericht. Das Verfahren dauert bis zu sechs Monate, und die Kosten fallen laut Berichten erheblich aus. Bei großen Summen lohnt es sich dennoch, weil nur dieser Weg die Bank sicher schützt.

Der Antrag enthält genaue Angaben zum Buch mit Nummer, Bank, Ausstellungsdatum, Inhaber und Guthaben, dazu eine Schilderung, wie und wann es verloren ging und was Sie zur Suche unternommen haben. Gehört das Konto mehreren Personen, müssen bei gemeinsamen Sparkonten meist alle Berechtigten mitwirken. Sie versichern, dass die Forderung nicht verkauft, verpfändet oder abgetreten wurde, und geben eine eidesstattliche Versicherung ab, die bei falschen Angaben strafbar sein kann. Beigefügt werden Ausweiskopie, Kopie der Verlustmeldung bei der Bank und ein Schreiben der Bank zum aktuellen Guthaben. Gerichte stellen eigene Formulare bereit, die Einzelheiten unterscheiden sich daher von Ort zu Ort. Fragen Sie vorab beim Amtsgericht nach dem Kostenvorschuss und ob Beratungshilfe infrage kommt. Ziehen Sie bei hohen Summen einen Fachanwalt hinzu, der Aufwand und Nutzen mit Ihnen abwägt.

Girokonto und Sparkonto sauber schließen

Für das Girokonto brauchen Sie kein Sparbuch. Sie kündigen schriftlich, ohne Begründung, nachdem neues Konto, Gehalt und Lastschriften umgestellt sind. Ein Dispokredit muss zuvor ausgeglichen sein, weil Banken das Konto meist nur ausgeglichen schließen. Restguthaben überweisen Sie auf das neue Konto, Girocard und Kreditkarte geben Sie zurück, und die schriftliche Bestätigung der Bank bewahren Sie auf.

Beim Sparkonto gilt die vereinbarte Kündigungsfrist, üblich sind etwa drei Monate. Nach deren Ablauf besteht Anspruch auf sofortige Auszahlung. Eine vorzeitige Auszahlung ist kein Recht, kommt aber durch Vereinbarung mit der Bank infrage und kostet dann meist Zinsen. Prüfen Sie in den Bedingungen für den Sparverkehr, welche Beträge ohne Kündigung abgehoben werden dürfen. Tagesgeld lässt sich dagegen jederzeit abziehen und braucht ohnehin kein Buch. Haben Sie für das Institut einen Freistellungsauftrag erteilt, denken Sie beim Schließen daran, den freien Betrag neu zu verteilen, damit Sparzinsen anderswo nicht unnötig versteuert werden. Zinsen und Gebühren rechnen Sie am besten vorab nach, damit das Guthaben vollständig bei Ihnen ankommt.

Kann ein Finder mein verlorenes Sparbuch abheben
Laut Presseberichten ist bei kleinen Beträgen bis zur Bagatellgrenze eine Auszahlung ohne Ausweiskontrolle denkbar, wenn der Mitarbeiter darauf verzichtet. Banken halten Missbrauch für unwahrscheinlich. Eine schnelle Sperre schließt das Risiko weitgehend aus.
Wie finde ich die Nummer meines Sparkontos wieder
Fragen Sie in der Filiale nach, mit Ausweis und ungefährem Eröffnungsdatum. Auch letzte Ein- und Auszahlungen helfen der Bank bei der Suche. Auch ältere Kontoauszüge oder Zinsbescheinigungen enthalten die Nummer häufig.
Brauche ich das Sparbuch für die Steuererklärung
Nein. Bescheinigungen über Kapitalerträge können Sie bei der Bank anfordern. Die Daten liegen im Bankensystem und nicht im Papierbuch, ein Verlust des Buches ändert daran nichts.

Kontowechsel ohne Online Banking durchführen

Ein Kontowechsel ohne Online Banking klingt nach Umweg, funktioniert aber zuverlässig, wenn Sie Papierweg und Zeitplan im Griff haben. Gesetzlich steht Ihnen der Wechselservice unabhängig davon zu, ob Sie Apps oder Internetportale nutzen. Entscheidend sind die richtige Bank, ein Stapel Formulare und etwas Geduld bei den Zahlungspartnern.

Der gesetzliche Wechselservice auf Papier

Seit dem Zahlungskontengesetz muss Ihnen die neue Bank einen Wechselservice bereithalten. Sie unterschreiben eine Vollmacht und füllen das Formular der neuen Bank aus, in dem IBAN und Bankname des alten Kontos stehen. Einreichen können Sie es per Post oder in der Filiale, der Upload im Online Banking gilt lediglich als schnellster Weg. Eine Voraussetzung, schon Kunde mit Online Zugang zu sein, besteht nicht.

Rechnen Sie damit, dass die neue Bank Ihnen nach der Eröffnung Karte und PIN getrennt per Post schickt, was einige Tage dauern kann. Danach fordert die neue Bank die Daten bei der alten an und informiert Ihre Zahlungspartner über die neue Verbindung. Ausgeführt sein muss der Wechsel spätestens nach zwölf Werktagen. Weder die alte noch die neue Bank darf dafür Gebühren verlangen. Mitgenommen werden Daueraufträge und Lastschriften. Nicht mit umziehen der Kontostand, die Kontoauszüge der Vergangenheit, Depots, Kredite sowie Zahlungen bei Händlern oder Zahlungsdiensten, die Sie selbst umstellen müssen.

Planen Sie mehr Zeit ein, als das Gesetz vorgibt. Stiftung Warentest berichtet, dass der Service nicht immer reibungslos läuft, und Fachportale nennen in der Praxis sieben bis vierzehn Werktage. Setzen Sie den Wechsel an ein Monatsende, riskieren Sie, dass Miete oder Versicherungsbeitrag zwischen den Konten hängen bleiben.

Konto eröffnen ohne App und TAN Smartphone

Viele reine Onlinebanken setzen für Freigaben ein Smartphone voraus. Filialbanken wie Sparkassen und Genossenschaftsbanken arbeiten dagegen weiter mit Beratung vor Ort, und mit Ausweis und Unterschrift ist die Kontoeröffnung dort an einem Termin erledigt. Fragen Sie vor dem Antrag nach, wie Überweisungen freigegeben werden. Üblich sind ein Kartenlesegerät mit chipTAN, ein SMS Code auf ein einfaches Handy oder der klassische Weg über Überweisungsformular am Schalter.

Kontoauszüge lassen sich bei vielen Instituten per Post zustellen oder am Auszugsdrucker in der Filiale abholen. Prüfen Sie im Preis- und Leistungsverzeichnis, ob Papierversand oder Schaltergeschäfte zusätzlich kosten, denn Konditionen unterscheiden sich stark. Bargeld bekommen Sie mit der Girocard am Automaten. Planen Sie Einzahlungen, sehen Sie nach, ob die Bank Einzahlautomaten oder Kassenschalter noch betreibt.

Für ältere Kunden kann ein Gespräch mit einem Berater sinnvoll sein, weil dort Fragen zu Karten, PIN und Limit sofort beantwortet werden. Zwingend ist das nicht, ein Brief an die Servicestelle reicht ebenfalls. Arbeiten Sie sich ungern allein durch Formulare, können Sie einer Vertrauensperson eine Kontovollmacht auf dem Formular der Bank erteilen. Nutzen Sie ausschließlich dieses Formular, denn Vollmachten reichen weit und lassen sich jederzeit widerrufen.

Beachten Sie außerdem die Betrugsmaschen, die einen Bankwechsel gern ausnutzen. Seriöse Banken fragen weder PIN noch TAN am Telefon ab und schicken Zugangsdaten nie als Anhang. Kommt ein Anruf oder Brief ungewöhnlich vor, legen Sie auf und rufen die Nummer an, die auf Ihrer Karte oder dem Vertrag steht.

Wen Sie informieren und wie

Auch wenn der Wechselservice vieles automatisch erledigt, bleiben Stellen, die Sie persönlich benachrichtigen sollten. Meist genügt ein kurzes Schreiben mit der neuen IBAN und Ihrer Kundennummer, am besten mit Kopie für Ihre Unterlagen. Mehr Gewicht hat die Reihenfolge bei Einkünften: Teilen Sie die neue Verbindung dem Arbeitgeber oder der Rentenstelle früh mit, damit der nächste Zahlungseingang nicht auf dem alten Konto landet. Daueraufträge übernimmt der Service, trotzdem lohnt ein Blick in die Liste, ob jeder einzelne beim neuen Konto angekommen ist.

StelleWas Sie mitteilenPapierweg
Arbeitgeber oder RentenserviceNeue IBAN für Gehalt oder RenteBrief oder Formular der Personalstelle
VermieterNeue Verbindung, ggf. neues LastschriftmandatBrief mit Unterschrift
Versicherungen und VerträgeÄnderung der ZahlungsdatenFormular oder Telefon mit Kundennummer
Online Shops und ZahlungsdiensteNeue Zahlungsart hinterlegenBei fehlendem Zugang Hilfe von Angehörigen

Altes Konto parallel führen und sauber schließen

Eine Kündigung des alten Kontos ist im Wechselauftrag freiwillig. Fachportale empfehlen, beide Konten zwei bis drei Monate nebeneinander zu führen, damit vergessene Abbuchungen noch ankommen. In dieser Zeit prüfen Sie die Kontoauszüge beider Konten auf Posten, die sich nicht umgeleitet haben, und melden sich bei dem betroffenen Zahlungsempfänger.

Ist alles umgestellt, kündigen Sie schriftlich. Girokonten kündigen Sie ohne Begründung, und laut Verbraucherinformationen darf die Frist in den Geschäftsbedingungen höchstens einen Monat betragen. Gleichen Sie zuvor einen Dispokredit aus, weil das Konto meist nur ausgeglichen geschlossen wird. Restguthaben überweisen Sie selbst oder fordern die Bank dazu in der Kündigung auf. Kreditkarten sind schriftlich jederzeit zum Monatsende kündbar, eine bezahlte Jahresgebühr wird anteilig erstattet. Girocard und Kreditkarte geben Sie zurück oder vernichten sie, und die schriftliche Bestätigung heben Sie auf. Bleibt sie aus, haken Sie nach, ehe weitere Gebühren anfallen.

Brauche ich für den Wechselservice eine Mailadresse
Gesetzlich nicht. Die neue Bank nimmt das Formular auch in Papierform entgegen. Manche Institute fragen die Adresse dennoch ab, um Bestätigungen zu verschicken. Dann geben Sie die Anschrift eines Angehörigen an oder bitten um Post.
Was passiert mit meinen Kontoauszügen der alten Bank
Sie werden nicht übertragen. Laden Sie vor der Kündigung alle Auszüge herunter oder lassen Sie sie ausdrucken, soweit Sie sie für Steuer oder Nachweise brauchen. Später kosten Duplikate bei vielen Banken eine Gebühr.
Kann die neue Bank den Wechsel ablehnen
Der Anspruch besteht für Privatpersonen und Selbstständige, größere Unternehmen sind ausgenommen. Gründe zur Ablehnung der Kontoeröffnung selbst sind eng begrenzt. Bleibt der Wechsel stecken, wenden Sie sich an die Beschwerdestelle der Bank oder die Verbraucherzentrale.

Kontowechsel in der Privatinsolvenz

Vorweg das Wesentliche

Ein neues Konto ist auch im laufenden Verfahren denkbar, doch Zeitpunkt und Kontoart entscheiden über den Erfolg. Sinnvoll sind ein Pfändungsschutzkonto, Offenheit gegenüber dem Verwalter und der Verzicht auf Geldverschiebungen. Für den Einzelfall helfen Schuldnerberatung oder Fachanwalt.

Beim Thema Kontowechsel Privatinsolvenz treffen zwei Dinge aufeinander: der Wunsch nach einem funktionierenden Konto und die Pflichten gegenüber Gläubigern und Verwalter. Wechseln dürfen Sie grundsätzlich, doch ob der Schritt hilft oder später Ärger macht, hängt von Zeitpunkt, Kontoart und Offenlegung ab. Dieser Beitrag ordnet das sachlich ein und ersetzt keine Rechtsberatung.

Warum der Zeitpunkt des Wechsels zählt

Solange kein Verfahren eröffnet ist, gehört das Girokonto Ihnen, und die Bank behandelt Sie wie jeden anderen Kunden. Mit der Eröffnung ändert sich das Bild. Der Insolvenzverwalter greift auf pfändbares Guthaben zu, und auf einem gewöhnlichen Konto kann es sogar Beträge treffen, die aus Sozialleistungen stammen. Verbraucherschützer raten deshalb dazu, ein Konto noch vor der Eröffnung in ein Pfändungsschutzkonto umzuwandeln.

Kurz vor dem Antrag kann ein Wechsel sinnvoll sein, etwa weil die bisherige Bank kündigt oder Pfändungen den Zahlungsverkehr lähmen. Einen Trick sollten Sie darin nicht sehen. Gläubiger dürfen nicht benachteiligt werden, und Geld, das Sie rasch auf ein neues Konto schaffen, wird im Verfahren genau angesehen. Fachjuristen warnen, dass solche Verschiebungen die Restschuldbefreiung gefährden können.

Auch eine Kündigung des alten Kontos hebt nichts auf. Ist Guthaben gepfändet oder eingefroren, bleibt es dort, bis Gläubiger oder Gericht die Pfändung aufheben. Neue Konten schaffen Spielraum für künftige Einkünfte, nicht für das, was auf dem alten Konto schon festhängt. Gleiches gilt für Pfändungen, die vor dem Verfahren ausgebracht wurden: Sie laufen nach einer Restschuldbefreiung nicht von allein aus.

Pfändungsschutzkonto und Insolvenzverwalter

Nach dem Zahlungskontengesetz haben Verbraucher Anspruch auf ein Basiskonto auf Guthabenbasis, und negative Schufa Einträge oder Pfändungen ändern daran nichts. Es lässt sich in ein Pfändungsschutzkonto umwandeln. Ausnahmen für die Ablehnung kennt das Gesetz nur wenige, etwa wenn Sie bei derselben Bank schon ein Konto haben, das Sie nutzen können. Lehnt eine Bank trotzdem ab, hilft die Verbraucherzentrale weiter.

Für das P-Konto im Verfahren gilt § 36 der Insolvenzordnung: Innerhalb der Freibeträge verfügen Sie über das Guthaben, ohne dass der Verwalter zustimmen muss. Mancher Bankmitarbeiter verlangt dennoch eine Bestätigung. Dann lohnt der Verweis auf die Vorschrift, bei Widerstand das Gespräch mit der Schuldnerberatung. Pro Person ist nur ein solches Konto zulässig, das gilt auch beim Wechsel. Das ältere Konto müssen Sie also umwandeln oder schließen lassen, sobald das neue Pfändungsschutz trägt.

Bei der Wahl der Bank spielt die Gruppenzugehörigkeit eine Rolle. Gehört das neue Institut zur selben Gruppe wie ein Gläubiger, droht Verrechnung mit offenen Forderungen. Eine Bank ohne Verbindung zu Ihren Gläubigern ist die sicherere Wahl. Gehen auf dem neuen Konto Einkommen ein oder liegt dort verwertbares Vermögen, gehört die Kontoverbindung in die Mitteilung an den Verwalter. Manche Kanzleien raten, jede neue Verbindung zu melden, und das ist im Zweifel der bessere Weg.

Ablauf und praktische Schritte

Vor dem Wechsel sprechen Sie mit einer Schuldnerberatungsstelle der Kommunen oder Wohlfahrtsverbände oder mit Ihrem Anwalt. Erst danach eröffnen Sie das neue Konto. Der gesetzliche Kontowechselservice übernimmt Daueraufträge und Lastschriften, kostet nichts und läuft über eine Vollmacht an die neue Bank. Er erfasst weder den Kontostand noch Kredite oder Zahlungen bei Online Shops, diese stellen Sie selbst um.

Prüfen Sie jede Lastschrift, die der Service mitnehmen soll. Zahlungen an einzelne Insolvenzgläubiger dürfen nach der Eröffnung in der Regel nicht mehr weiterlaufen, weil alle Gläubiger gleich behandelt werden müssen. Arbeitgeber, Jobcenter und Rentenversicherung erhalten die neue Verbindung schriftlich. Behalten Sie das alte Konto, bis alle Eingänge umgestellt sind, und schließen Sie es erst danach, möglichst im Einvernehmen mit dem Verwalter.

Wie sich der Rahmen je nach Phase unterscheidet, zeigt die folgende Übersicht.

PhaseKontosituationWorauf es ankommt
Vor dem AntragAltes Konto, ggf. PfändungenP-Konto einrichten, keine Beträge verschieben
Im VerfahrenP-Konto, Verwalter informiertFreibeträge nutzen, Neues melden
Nach der RestschuldbefreiungAltpfändungen können bestehen bleibenGläubiger schriftlich zur Rücknahme auffordern, sonst droht eine Vollstreckungsabwehrklage nach § 767 ZPO

Typische Fehler und wie Sie sie vermeiden

Der häufigste Fehler ist Schweigen. Ein verschwiegenes Konto bringt Ärger mit dem Verwalter, selbst wenn dort nur wenig Geld liegt. Ebenso heikel ist es, Guthaben vom gepfändeten Konto auf ein Konto von Angehörigen zu überweisen. So etwas wirkt wie Beiseiteschaffen und kann teuer werden.

Zweitens unterschätzen viele den Aufwand der Umstellung. Miete, Strom, Versicherungen und Streamingdienste fallen leicht durchs Raster, und eine geplatzte Lastschrift kostet Gebühren. Legen Sie eine Liste an und haken Sie jeden Zahlungspartner einzeln ab. Drittens sollten Sie nicht auf eigene Faust mit Gläubigern über das neue Konto verhandeln. Besser übernimmt das die Beratungsstelle, weil dort bekannt ist, wie Gläubiger reagieren.

Erscheint eine Auskunft der Bank widersprüchlich, fragen Sie schriftlich nach. Banken machen bei P-Konten gelegentlich Fehler, etwa bei der Bescheinigung über den Freibetrag, und ein Schriftwechsel hilft später als Beleg.

Wie schnell muss die Bank ein Konto in ein Pfändungsschutzkonto umwandeln
Auf Ihren Antrag hin muss die Bank das Konto spätestens zum vierten Geschäftstag nach dem Antrag umstellen. Bis dahin gilt noch der normale Kontostatus. Beantragen Sie die Umwandlung also frühzeitig vor dem Insolvenzantrag.
Wird das Pfändungsschutzkonto mit Eröffnung des Verfahrens gesperrt
Fachkanzleien berichten, dass die Eröffnung allein ein P-Konto nicht sperrt. Davon unberührt bleibt die ordentliche Kündigung durch die Bank, meist mit einer Frist von zwei Monaten. Dann prüfen Sie den Anspruch auf ein Basiskonto.
Muss ich dem Arbeitgeber die neue Kontoverbindung mitteilen
Ja, sonst geht der Lohn weiter auf das alte Konto. Wie der pfändbare Anteil im Verfahren an den Treuhänder fließt, regelt das Gericht. Klären Sie das vor der Umstellung mit der Beratungsstelle, damit keine Zahlung doppelt oder gar nicht läuft.

Unfallversicherung für Rentner und wann sie überflüssig wird

Mit dem letzten Arbeitstag verschwindet der Wecker und mit ihm ein Stück Absicherung. Viele fragen sich deshalb, ob eine Unfallversicherung für Rentner noch Sinn ergibt oder ob sie nur Geld kostet. Die ehrliche Antwort hängt von Vermögen, Familie und der vorhandenen Absicherung ab. Für manche Haushalte ist die Police eine sinnvolle Ergänzung, für andere wird sie ab einem gewissen Punkt überflüssig. Dieser Text zeigt, woran Sie das erkennen, ohne Ihnen eine Entscheidung abzunehmen.

Warum der gesetzliche Schutz im Ruhestand endet

Während des Berufslebens sichert die gesetzliche Unfallversicherung Arbeits- und Wegeunfälle ab, bezahlt vom Arbeitgeber über die Berufsgenossenschaft. Mit dem Eintritt in den Ruhestand fällt dieser Schutz weg. Ein Sturz im Garten, ein Treppenunfall im eigenen Haus oder ein Fahrradunglück auf dem Weg zum Markt gehören zur Freizeit, und dafür ist die gesetzliche Variante nie zuständig gewesen. Die Verbraucherzentrale NRW weist darauf hin, dass sie weder im Haushalt noch in der Freizeit, im Straßenverkehr oder im Urlaub greift.

Für die Folgekosten springen Kranken- und Pflegeversicherung zwar ein, aber nur in Grenzen. Ein Treppenlift, der Umbau des Badezimmers oder eine Haushaltshilfe nach einem Bruch werden von ihnen nur eingeschränkt bezahlt, wie der Versicherer HUK COBURG auf seiner Seite schreibt. Genau an dieser Stelle setzt die private Police an: Sie zahlt Geld aus, wenn ein Unfall dauerhafte Schäden hinterlässt, und Sie entscheiden selbst, wofür Sie es verwenden.

Wichtig ist der Blick auf das Kleingedruckte. Versichert ist der Unfall, nicht die Krankheit. Ein Schlaganfall oder Herzinfarkt gilt für sich genommen nicht als Unfallfolge. Wie der Sturz behandelt wird, der aus einem solchen Anfall entsteht, unterscheidet sich von Tarif zu Tarif und sollte vor Vertragsabschluss schriftlich erfragt werden.

Was eine Police leistet und was sie kostet

Im Mittelpunkt steht eine einmalige Kapitalzahlung bei dauerhafter Invalidität. Verbraucherschützer nennen als Voraussetzung eine Beeinträchtigung, die voraussichtlich länger als drei Jahre besteht. Die Höhe errechnet sich als Prozentsatz der vereinbarten Versicherungssumme, und den Prozentsatz bestimmt die Gliedertaxe. Bei 300.000 Euro Versicherungssumme und dem Verlust eines Auges fließen demnach 150.000 Euro. Die folgende Tabelle zeigt Beispielwerte, die Verbraucherschützer nennen. Einzelne Versicherer weichen davon ab, manche verbessern die Werte durch Zusatzbausteine.

Körperteil oder SinnInvaliditätsgrad
Arm im Schultergelenk70 Prozent
Bein bis Mitte Oberschenkel60 Prozent
Hand im Handgelenk55 Prozent
Auge50 Prozent
Gehör auf einem Ohr30 Prozent
Geruchssinn10 Prozent

Eine lebenslange Unfallrente setzt bei vielen Versicherern erst ab 50 Prozent Invalidität ein. Verbraucherschützer halten Rententarife für teuer und weniger empfehlenswert. Wichtiger ist eine ausreichende Kapitalsumme, die HUK COBURG in der Regel bei mindestens 100.000 Euro sieht. Vorerkrankungen können die Auszahlung mindern, weil viele Versicherer kürzen, wenn ein bestehendes Leiden zu mehr als einem Viertel am Schaden beteiligt ist.

Zwei Bausteine verdienen einen zweiten Blick. Eine Progression lässt die Auszahlung ab einem Invaliditätsgrad von 26 Prozent überproportional steigen, was bei schweren Schäden viel ausmacht, bei leichten dagegen nichts. Verbraucherschützer halten Progressionstarife meist für günstiger als eine höhere Grundsumme. Tarife mit Beitragsrückgewähr gelten dagegen häufig als überteuert. Lassen Sie sich nicht von einem hohen Werbeversprechen leiten, sondern vergleichen Sie, was bei einem Armbruch, einem Oberschenkelbruch oder einem Sturz mit Reha im Vertrag tatsächlich steht.

Beim Preis fehlt vielen Quellen eine belastbare Zahl. Ältere Marktauswertungen der Stiftung Warentest nennen Spannen, sind aber so alt, dass sie als Maßstab nicht taugen. Sicher ist nur: Beiträge können mit dem Alter steigen, weil Unfallrisiko und Leistungsfälle zunehmen. Einen aktuellen Preis ermitteln Sie über Angebote mehrerer Versicherer, wobei der Abschluss laut HUK COBURG bis zum 80. Lebensjahr möglich ist und der Vertrag sich jährlich verlängert.

Wann die Unfallversicherung überflüssig wird

Überflüssig ist die Police, wenn der Schaden aus eigener Kraft zu tragen wäre. Das trifft zu, wenn Sie über ein Vermögen verfügen, das einen Umbau der Wohnung oder bezahlte Hilfe über Jahre abdeckt. Auch eine hohe Rente senkt den Bedarf, was die Verbraucherzentrale NRW allgemein für ältere Versicherte anführt. Dasselbe gilt, wenn niemand finanziell von Ihnen abhängt, denn die Todesfallleistung der Police richtet sich an Hinterbliebene.

Prüfen Sie außerdem, was Sie schon besitzen. Policen aus dem Berufsleben laufen häufig weiter, manche Verträge von Vereinen oder Kreditkarten enthalten Unfallbausteine. Zwei Verträge für dasselbe Risiko zahlen Sie unnötig doppelt. Sinnvoll bleibt die Police dagegen, wenn Ihre Rücklagen knapp sind, Sie allein leben und nach einem Unfall schnell Hilfe im Haus bräuchten. Dann zählt rasche Hilfe mehr als eine hohe Summe, und manche Tarife liefern Hilfen im Haushalt vom Essensdienst bis zur Wohnungsreinigung gleich mit dazu.

Rechnen Sie zudem durch, wie viel Sie bis zum 85. Geburtstag an Beiträgen zahlen würden, und stellen Sie die Summe der Auszahlung gegenüber, die im schlimmsten Fall zu erwarten ist. Erst dieser Vergleich zeigt, ob sich das Risiko für Sie in Geld lohnt. Für die Entscheidung lohnt ein Gespräch mit einer Beratungsstelle der Verbraucherzentrale oder einem unabhängigen Versicherungsberater. Vor einer Kündigung bestehender Verträge sollten Sie Kündigungsfristen und den Stand Ihrer Absicherung prüfen.

Bis zu welchem Alter lässt sich eine Unfallversicherung noch abschließen
Das hängt vom Versicherer ab. Einzelne Unternehmen nehmen Neukunden bis 80 Jahre auf, andere führen Seniorentarife mit höherem Eintrittsalter, sofern keine schwere Erkrankung oder Pflegebedürftigkeit vorliegt. Fragen Sie vor dem Antrag nach der oberen Grenze und dem Beitrag im Alter.
Was gilt bei einem Oberschenkelhalsbruch
Manche Seniorentarife und Zusatzbausteine zahlen dafür auch dann, wenn kein Unfall im üblichen Sinn vorliegt, oder leisten eine Sofortzahlung. Ob Ihr Tarif das enthält, steht in den Bedingungen, nicht im Werbetext.
Muss ich einen Unfall sofort melden
Ja, melden Sie ihn unverzüglich, am besten schriftlich mit Datum, Hergang und Arztbericht. Verspätete Meldungen gefährden die Leistung. Die genauen Fristen für die ärztliche Feststellung der Invalidität stehen in den Bedingungen und unterscheiden sich je Versicherer.

Sterbegeldversicherung beitragsfrei stellen und Wartezeiten

Kurz erklärt vorab

Beitragsfrei gestellt bleibt der Vertrag am Leben, kostet nichts mehr und zahlt im Todesfall dafür deutlich weniger. Zusätzlich entscheiden Wartezeiten darüber, ob Ihre Angehörigen die volle Summe überhaupt erhalten. Welche Regeln für Sie gelten, steht in den Bedingungen Ihres Vertrags.

Wird die monatliche Zahlung zur Last, taucht schnell die Frage auf, ob sich eine Sterbegeldversicherung beitragsfrei stellen lässt, ohne den Schutz ganz zu verlieren. Die Antwort fällt gemischt aus: Der Vertrag bleibt bestehen, aber in abgespeckter Form. Dazu kommen Wartezeiten, die bei vielen Tarifen über Jahre laufen und im Todesfall das Ergebnis stark verändern. Die folgenden Abschnitte ordnen beides ein. Eine Beratung durch Ihren Versicherer oder die Verbraucherzentrale ersetzen sie nicht.

Was die Beitragsfreistellung mit dem Vertrag macht

Bei der Beitragsfreistellung stoppen Sie die laufenden Zahlungen, der Versicherer führt den Vertrag aber weiter. Er friert ihn auf dem erreichten Stand ein. Grundlage für die verbleibende Leistung sind die Beiträge, die bereits geflossen sind. Weil nichts mehr hinzukommt und Versicherer in der Regel einen Stornoabzug vornehmen, schrumpft die Todesfallsumme spürbar. Übrig bleibt nur ein Teil des ursprünglichen Schutzes. Eine Überschussbeteiligung, falls Ihr Tarif eine enthält, bleibt laut der Darstellung des Versicherers LV 1871 erhalten.

Anders sieht es bei einer Kündigung aus. Mit ihr erlischt der Schutz vollständig, während die Freistellung zumindest einen Rest sichert. Ob nach der Freistellung eine Mindestsumme übrig bleiben muss und ob sie in den ersten Vertragsjahren überhaupt zulässig ist, lässt sich aus den frei zugänglichen Quellen nicht entnehmen. Das regeln die Allgemeinen Bedingungen Ihres Vertrags.

Bevor Sie unterschreiben, verlangen Sie eine schriftliche Berechnung, in der die neue Todesfallsumme in Euro steht. Erst dann sehen Sie, was Ihre Angehörigen später tatsächlich erhielten, und können den Verlust gegen die gesparten Beiträge halten. Bewahren Sie die Bestätigung des Versicherers sorgfältig auf, denn sie belegt den Stand, auf dem der Vertrag eingefroren wurde.

Der Sinn einer solchen Police liegt darin, Bestattung und erste Rechnungen abzufedern, damit Angehörige nicht in Vorleistung gehen müssen. Sinkt die Summe nach der Freistellung unter die zu erwartenden Kosten, bleibt eine Lücke, die aus Ersparnissen oder dem Nachlass beglichen wird. Mit Rücklagen lässt sich das verschmerzen, ohne sie trifft es die Familie in einer ohnehin schweren Zeit. Rechnen Sie deshalb nach, welche Kosten Sie in Ihrer Region für eine schlichte Bestattung erwarten, und setzen Sie die Zahl neben die künftige Summe.

Wartezeiten und was sie für die Hinterbliebenen bedeuten

Als Wartezeit gilt die Phase nach Vertragsbeginn, in der noch kein voller Schutz besteht. Nach Angaben von Vergleichsportalen liegt sie je nach Tarif zwischen sechs und 36 Monaten. Stirbt die versicherte Person in dieser Zeit, wird die vereinbarte Summe in der Regel nicht ausgezahlt. Die Begünstigten bekommen dann meist nur die bis dahin gezahlten Beiträge zurück. Einige Tarife zahlen in dieser Phase immerhin einen Teil der Summe.

Beim Unfalltod entfällt die Wartezeit üblicherweise, und es wird die volle Summe fällig, bei vielen Tarifen sogar die doppelte. Manche Versicherer verlangen, dass der Tod binnen zwölf Monaten nach dem Unfall eintritt. Für die Auszahlung braucht es ärztliche Berichte oder Zeugnisse.

Für Menschen ab 60 existieren Tarife, die nach sechs Monaten anteilig und nach zwölf Monaten voll leisten. Verträge ganz ohne Wartezeit setzen eine Gesundheitserklärung voraus, die meist die letzten fünf Jahre abfragt. Falsche oder verschwiegene Angaben können später dazu führen, dass der Versicherer kürzt oder die Zahlung verweigert. Für Hinterbliebene ist das bitter, weil sich Fehler im Antrag nicht mehr aufklären lassen.

Ob eine Freistellung während der Wartezeit diese verändert, sagen die Quellen nicht. Fragen Sie schriftlich nach, ob die Frist weiterläuft oder neu beginnt.

Stundung, Kündigung oder Weiterzahlen im Vergleich

Bei knapper Kasse stehen mehrere Wege offen, und nicht jeder verlangt den Verzicht auf Schutz. Eine Stundung hilft bei einem vorübergehenden Engpass: Versicherer und Kunde vereinbaren, die Beitragszahlung für einen Zeitraum auszusetzen, und der Schutz bleibt voll erhalten. Der Preis dafür ist die spätere Nachzahlung, die den Haushalt erneut belasten kann. Die Tabelle stellt die vier Wege nebeneinander.

WegBeiträgeSchutz danachHaken
Weiterzahlenlaufen wie bishervolle Summe nach der WartezeitBelastung bleibt bestehen
Stundungruhen für einen vereinbarten Zeitraumvoll erhaltenNachzahlung später
Beitragsfrei stellenentfallenstark gekürzte SummeStornoabzug
KündigungentfallenerlischtRückfluss hängt vom Vertrag ab

Spielen Sie mit dem Gedanken, stattdessen einen anderen Vertrag abzuschließen, prüfen Sie die Lage nüchtern. Ein Neuabschluss im höheren Alter bringt eine neue Wartezeit und frische Gesundheitsfragen mit, und der günstige Einstiegspreis von früher ist verloren. Manche Menschen legen deshalb lieber einen festen Betrag auf einem eigenen Konto zurück, um die Bestattung zu bezahlen. Das ersetzt die Versicherung nicht im Todesfall der ersten Monate, kann aber den Druck auf die Familie verringern. Eine Beratungsstelle der Verbraucherzentrale hilft, die Verträge nebeneinanderzulegen.

Wie melde ich die Beitragsfreistellung beim Versicherer an
Schreiben Sie dem Versicherer unter Angabe der Vertragsnummer und fordern Sie die Freistellung zu einem bestimmten Termin an. Bitten Sie zugleich um die Berechnung der neuen Summe. Ein Einschreiben oder der Versand über das Kundenportal mit Bestätigung schafft einen Nachweis.
Welche Unterlagen brauchen Angehörige im Leistungsfall
Üblich sind die Sterbeurkunde und der Versicherungsschein oder zumindest die Vertragsnummer. Der Versicherer kann weitere Nachweise verlangen. Informieren Sie die Begünstigten deshalb zu Lebzeiten, bei welchem Unternehmen der Vertrag läuft und wo die Papiere liegen.
Kann ich die Freistellung später wieder aufheben
Ob sich ein beitragsfreier Vertrag wieder in einen beitragspflichtigen verwandeln lässt, regeln die Bedingungen und sind je Versicherer verschieden. Erkundigen Sie sich vor der Freistellung, damit Sie keinen Schritt gehen, der sich nicht zurücknehmen lässt.

Konto kündigen trotz Pfändung

Der Überblick in drei Sätzen

Eine Kontopfändung nimmt dem Inhaber das Recht zur Kündigung nicht. Verändert wird, wohin ein Guthaben fließt und was mit einem späteren Konto passiert. Bei einem Pfändungsschutzkonto kommen zusätzliche Regeln hinzu, die vor jedem Schritt zu prüfen sind.

Viele Betroffene denken, ein gepfändetes Konto sei eingefroren und lasse sich nicht mehr beenden. Dabei gilt: Konto kündigen trotz Pfändung ist grundsätzlich erlaubt, nur verschiebt sich dann die Frage, wohin das Geld fließt, und eine rechtlich heikle Lage entsteht, die sich ohne Vorbereitung schnell verschlimmert. Sachlich zusammengefasst steht hier, was Fachbeiträge und Verbraucherzentralen dazu sagen. Rechtsrat ersetzt er nicht: Im Einzelfall helfen die Schuldnerberatung, die Verbraucherzentrale oder ein Fachanwalt.

Konto kündigen trotz Pfändung

Wann Sie das Konto trotz Pfändung kündigen dürfen

Grundsätzlich bleibt die Kündigung möglich. Ein älterer Fachbeitrag aus der Vollstreckungspraxis hält fest, dass die Pfändung die Rechtsstellung des Schuldners gegenüber der Bank nicht erfasst. Gepfändet wird die Forderung auf das Guthaben, nicht der Kontovertrag. Sie dürfen den Vertrag also beenden, die gepfändete Forderung aber weder einziehen noch frei darüber verfügen. Die Bank darf nach Wirksamwerden der Pfändung nichts mehr an Sie auszahlen, soweit es um den gepfändeten Teil geht.

Für Zahlungskonten gilt außerdem, dass der Kunde jederzeit kündigen kann, sofern keine Frist vereinbart wurde. Eine vereinbarte Frist darf laut einem Fachportal höchstens einen Monat betragen. Im Brief sollten IBAN, gewünschter Kündigungstermin und ein Zielkonto für das Restguthaben stehen. Bei laufender Pfändung wählen Sie das Zielkonto mit Sorgfalt, denn nicht jeder Betrag gehört Ihnen noch.

Etwas anders liegt der Fall beim Pfändungsschutzkonto. Der Pfändungsschutz selbst ist nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs von 2015 (Az. XI ZR 187/13) eine kündbare Zusatzvereinbarung zum Girokonto. Verlangen Sie die Umstellung auf ein normales Konto, braucht die Bank mindestens vier Geschäftstage, und zwar zum Monatsende, wie ein Fachportal schildert. Dann bleibt das Girokonto bestehen, nur der Schutz vor dem Zugriff der Gläubiger entfällt. Das lohnt sich nur, wenn die Pfändung erledigt ist.

Was mit dem Guthaben und der Pfändung geschieht

Im Kern geht es um das Guthaben. Bei einer Kündigung ändert sich nichts daran, dass die Bank den gepfändeten Anteil nicht an Sie zahlen darf. Auf einem Pfändungsschutzkonto steht Ihnen nur der Freibetrag zur Verfügung. Übrig bleibendes Geld fließt nach Darstellung eines Fachportals in der Regel an die Gläubiger. Jährlich im Juli wird der Freibetrag angepasst, den aktuellen Wert nennt die Verbraucherzentrale auf ihrer Seite.

Spannend wird die Frage nach einem neuen Konto. Nach dem erwähnten Fachbeitrag erfasst die Pfändung auch ein neues Konto bei derselben Bank, solange die Geschäftsverbindung fortbesteht, etwa wegen eines Sparguthabens. Ist die Verbindung vollständig beendet, etwa weil die Bank selbst wegen der Pfändung gekündigt hat, trifft die alte Pfändung das neue Konto nicht, und der Gläubiger muss eine neue ausbringen. Eine Regelung wie bei Arbeitseinkommen, die auf ein neues Arbeitsverhältnis wirkt, gibt es für Konten nicht. Weil der Beitrag aus dem Jahr 2008 stammt, sichern Sie die heutige Praxis besser durch eine Beratung ab.

Ein Konto bei einer anderen Bank zu eröffnen, löst das Problem nicht von allein. Für ein Pfändungsschutzkonto gilt, dass jede Person nur eines führen darf. Zunächst muss das alte umgewandelt oder beendet sein, erst danach nimmt die neue Bank das neue P-Konto an. Besteht bereits eine Pfändung, sollten Sie den Pfändungsschutz innerhalb eines Monats beantragen, sonst kann in diesem Monat der Freibetrag gepfändet werden.

Wenn die Bank kündigt und wie es danach weitergeht

Auch die Bank darf trotz Pfändung kündigen. Sie braucht dafür ein vertraglich vereinbartes Kündigungsrecht, die Frist beträgt laut einem Rechtsbeitrag mindestens zwei Monate, und die Mitteilung muss auf einem dauerhaften Datenträger erfolgen, also schriftlich oder elektronisch. Einen ausführlichen Grund muss sie bei einer ordentlichen Kündigung nicht nennen. Willkür und Diskriminierung sind allerdings tabu. Fristlos darf die Bank nur mit wichtigem Grund kündigen, etwa bei schweren Vertragsverletzungen oder missbräuchlicher Nutzung des Kontos. Wird Ihnen ein solcher Vorwurf gemacht, lassen Sie ihn schriftlich begründen und holen Sie früh Rat ein.

Die folgende Übersicht zeigt, welche Fristen nach den genannten Quellen gelten.

Kündigende ParteiFristHinweis
Kontoinhaberjederzeit, höchstens ein Monat vereinbartSchriftlich mit IBAN und Termin
Bankmindestens zwei MonateVertragliches Kündigungsrecht nötig
Pfändungsschutz als Zusatzvereinbarungvier Geschäftstage zum MonatsendeErst nach Ende der Gläubigerforderung ratsam

Ganz anders sieht es beim Basiskonto aus. Hier sind die Kündigungsgründe der Bank enger gefasst, etwa bei vorsätzlich falschen Angaben, strafbarer Nutzung oder einem anderen nutzbaren Konto. Kündigt die Bank, prüfen Sie Frist, Kontoart und Vertragsgrundlage, bitten schriftlich um Begründung und richten rechtzeitig ein Ersatzkonto ein. Auf diesem sollten zuerst Gehalt, Rente oder Sozialleistungen eingehen, bevor das alte Konto endet.

Wie sieht ein Kündigungsschreiben aus und wie reiche ich es ein
Nennen Sie Name, IBAN, den Kündigungstermin und gegebenenfalls das Zielkonto. Senden Sie es als Einschreiben oder über das Postfach der Bank mit Bestätigung. Eine telefonische Kündigung ist riskant, weil sich Zugang und Inhalt später schwer beweisen lassen.
Kann ich ein Gemeinschaftskonto zum Pfändungsschutzkonto machen
Nein, Pfändungsschutzkonten gibt es nur für Einzelpersonen. Die Verbraucherzentrale rät, dass jeder Partner ein eigenes Konto eröffnet, am besten ein P-Konto, sein Geld dorthin überträgt und danach das Gemeinschaftskonto kündigt.
Wo beschwere ich mich über die Kündigung durch die Bank
Zuerst bei der internen Beschwerdestelle des Instituts, danach im Ombudsverfahren oder bei der BaFin. Bei drohenden existenziellen Folgen kommen einstweiliger Rechtsschutz oder Schadensersatz in Betracht, was ein Fachanwalt einordnen kann.
Gibt es kostenlose Hilfe bei Schulden und Pfändung
Ja, Schuldnerberatungsstellen der Kommunen und Wohlfahrtsverbände beraten Betroffene in der Regel kostenlos oder gegen geringe Gebühr. Auch die Verbraucherzentralen erklären das Pfändungsschutzkonto. Fragen Sie vor Ort nach Wartezeiten und Terminen.

Haftpflichtversicherung ohne Wohnsitz in Deutschland

Beim Umzug ins Ausland wandern Koffer, Papiere und Erinnerungen ins Gepäck, an die private Haftpflicht denken die wenigsten. Dabei hängt ihr Schutz an einem Detail, das viele Verträge ausdrücklich nennen: dem Wohnsitz. Eine Haftpflichtversicherung ohne Wohnsitz in Deutschland verhält sich anders als die Police eines Urlaubers, der nur ein paar Wochen weg ist. Ob der Vertrag weiterläuft, wie lange er im Ausland gilt und wann Sie eine neue Absicherung brauchen, hängt vom Tarif ab. Dieser Beitrag ordnet das sachlich ein, stützt sich auf Informationen von ADAC, Zurich und einem Auswandererportal und ersetzt keine Beratung. Verbindlich sagt Ihnen Ihr Versicherer, was in Ihrem Vertrag steht.

Haftpflichtversicherung ohne Wohnsitz in Deutschland

Warum der Wohnsitz für den Schutz zählt

In Deutschland haftet jeder, der einem anderen einen Schaden zufügt, grundsätzlich mit seinem gesamten Vermögen. Genau dagegen schützt die private Haftpflichtversicherung, weshalb sie als Standardabsicherung gilt. Viele Tarife gelten auch im Ausland, solange der Aufenthalt vorübergehend ist. Der genaue Umfang steht im räumlichen Geltungsbereich der Versicherungsbedingungen, und dort lohnt der Blick.

Manche Verträge machen den Auslandsschutz von einem Erstwohnsitz in Deutschland abhängig. Bei der Privathaftpflicht des ADAC heißt es ausdrücklich, ein Wohnsitz in Deutschland sei Voraussetzung für den Vertragsabschluss und den damit verbundenen Auslandsschutz. Andere Verträge knüpfen den Schutz nur an Dauer und Region des Aufenthalts. Entscheidend ist also nicht die Postleitzahl allein, sondern die Formulierung im Vertrag.

Auch Zweck und Art des Aufenthalts können eine Rolle spielen, etwa ob jemand Urlaub macht, studiert oder im Ausland arbeitet. Suchen Sie in den Bedingungen nach Begriffen wie räumlicher Geltungsbereich, Auslandsaufenthalt, vorübergehend und Wohnsitz. Steht dort ein Zeitraum in Monaten oder Jahren, notieren Sie ihn zusammen mit dem Beginn Ihrer Reise. Dauert der Aufenthalt absehbar länger, stellen Sie die Anfrage beim Versicherer vor der Abreise und nicht erst nach einem Schaden.

Studierende im Auslandssemester können über die Familienversicherung der Eltern mitversichert sein, sofern deren Bedingungen das zulassen.

Wie lange der Schutz im Ausland gilt

Bei der Dauer unterscheiden die Versicherer nach Region. Innerhalb Europas gelten viele Tarife länger oder zeitlich unbegrenzt. Zurich nennt für die EU, die Schweiz, Liechtenstein, Norwegen, Island, Monaco, San Marino und Andorra eine unbegrenzte Dauer. Weltweit gelten häufig Höchstfristen zwischen einem und fünf Jahren. Nach den Angaben von Zurich sind es im Basis-Schutz bis zu drei und im Top-Schutz bis zu fünf Jahre, beim ADAC außerhalb Europas höchstens fünf Jahre.

Zur Orientierung dient diese Übersicht, die ausschließlich auf den Angaben der genannten Versicherer beruht. Seitenstände aus dem Jahr 2023 stehen neben neueren, Ihr Vertrag kann abweichen.

Versicherer und TarifEuropaWeltweit
ADAC PrivathaftpflichtOhne zeitliche GrenzeBis zu fünf Jahre
Zurich Basis-SchutzUnbegrenzt, auf die oben genannten Länder bezogenBis zu drei Jahre
Zurich Top-SchutzUnbegrenzt, gleiche LänderlisteBis zu fünf Jahre

Für Reisen in die USA empfiehlt Zurich eine hohe Deckungssumme, weil dort schon bei kleinen Schäden hohe Forderungen üblich seien. Meist ist sie im In- und Ausland gleich hoch. Als Untergrenze für Personenschäden werden fünf Millionen Euro genannt. Die Forderungsausfalldeckung, die der ADAC im Tarif Exklusiv mitliefert, springt ein, wenn Sie selbst geschädigt wurden und der Verursacher nicht zahlen kann. Sie greift nur für Schadenereignisse in der EU, der Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein, was für Reisende in andere Regionen eine Lücke bedeutet.

Was bei Abmeldung und Umzug mit dem Vertrag passiert

Verlegen Sie Ihren Wohnsitz dauerhaft ins Ausland und melden sich in Deutschland ab, endet der Schutz bei vielen Versicherern. Das Auswandererportal Deutsche im Ausland formuliert es so, Zurich weist sogar darauf hin, dass dies auch bei einem nur vorübergehenden Umzug mit geplanter Rückkehr gelten kann. Die Quellen sind sich also nicht in jedem Punkt einig, ob eine zeitlich begrenzte Verlegung den Schutz gefährdet. Deshalb ist die Anfrage beim eigenen Versicherer vor der Abmeldung wichtiger als jede allgemeine Aussage.

Teilen Sie dem Versicherer Ihre Pläne mit, bevor Sie ausreisen. Fehlende oder falsche Angaben können im Schadensfall dazu führen, dass Leistungen gekürzt oder verweigert werden. Lassen Sie sich die Antwort schriftlich bestätigen, vor allem zu den Fragen, ob der Vertrag nach der Abmeldung weiterläuft und bis zu welchem Datum er gilt. Eine Kündigung im Zweifel zu früh auszusprechen kann ebenfalls ein Fehler sein, weil dann eine Lücke zwischen alter und neuer Absicherung entsteht.

Zieht jemand dauerhaft um, empfehlen die genannten Quellen, im neuen Land eine örtliche private Haftpflicht abzuschließen oder eine internationale Haftpflichtversicherung zu prüfen. Welche Variante sich eignet, hängt vom Zielland ab. Vergleichen Sie dabei Deckungssumme und Ausschlüsse mit Ihrem bisherigen Vertrag, damit keine Lücke entsteht. Praktisch bewährt sich eine feste Reihenfolge: zuerst die Bedingungen der alten Police lesen, dann dem Versicherer die Ausreise melden und erst danach die neue Absicherung so beginnen lassen, dass sie am Tag der Abmeldung gilt. Gekündigt wird die alte Police erst, wenn die Bestätigung der neuen vorliegt. Sammeln Sie alle Schreiben in einer Mappe, denn im Streitfall zählt, was sich belegen lässt. Dazu gehören auch die Bedingungen in der Fassung, die bei Vertragsbeginn galt, sowie spätere Änderungsmitteilungen des Versicherers, die gern übersehen werden.

Hilft eine Auslandsreisekrankenversicherung bei Haftpflichtschäden
Nein, sie zahlt Behandlungskosten für Sie selbst, nicht Schäden, die Sie anderen zufügen. Für fremde Schäden ist die Haftpflicht zuständig. Beide Verträge sind getrennt und sollten getrennt geprüft werden, damit sich keine falsche Sicherheit einschleicht, weil einer von beiden bestehen bleibt.
Gilt der Schutz für Kinder bei einem Schüleraustausch
Ob Kinder bei einem Schüleraustausch über den Vertrag der Eltern geschützt sind, regeln die Bedingungen des Tarifs, etwa zu Dauer, Region und Altersgrenze. Erkundigen Sie sich vor der Abreise beim Versicherer und halten Sie die Antwort fest.
Sind Schäden aus Straftaten mitversichert
Nein, Zurich nennt als Ausschlüsse vorsätzlich herbeigeführte Schäden und Schäden aus strafbaren Handlungen wie Diebstahl, Sachbeschädigung oder Körperverletzung. Das gilt unabhängig davon, ob der Vorfall im Inland oder im Ausland geschieht.

Basiskonto trotz bestehendem Konto eröffnen

Gleich zu Beginn die wichtigsten Punkte

Ob Sie trotz vorhandenem Girokonto ein Basiskonto bekommen, hängt davon ab, wie brauchbar das alte Konto tatsächlich ist. Schufa und Bonität spielen bei der Entscheidung der Bank keine Rolle. Wie Sie vorgehen und was nach einer Absage hilft, steht weiter unten.

Ein Basiskonto trotz bestehendem Konto zu beantragen, klingt nach einem Widerspruch, kommt aber gar nicht selten vor. Das alte Girokonto wurde von der Bank gekündigt, ist wegen einer Pfändung blockiert oder hat so wenige Funktionen, dass sich damit kaum Rechnungen bezahlen lassen. Nach dem Zahlungskontengesetz haben Verbraucher mit rechtmäßigem Aufenthalt in der EU Anspruch auf ein Konto für den üblichen Zahlungsverkehr. Ausdrücklich eingeschlossen sind Obdachlose, Asylsuchende und Geduldete. Dieser Beitrag ordnet die Regeln sachlich ein und ersetzt keine Rechtsberatung. Bei Streit mit einer Bank helfen Verbraucherzentrale, Bankenaufsicht BaFin oder eine Fachanwältin beziehungsweise ein Fachanwalt für Bankrecht.

Basiskonto trotz bestehendem Konto eröffnen

Wann ein vorhandenes Konto den Anspruch ausschließt

Die Bank darf den Antrag ablehnen, wenn Sie bereits ein Basiskonto oder ein vergleichbares Konto besitzen, das sich voll nutzen lässt. Das Wort voll ist hier der Kern. Zählen kann ein Konto nicht, wenn die Bank eigene Forderungen damit verrechnet, es gekündigt wurde oder die Schließung bevorsteht. In solchen Fällen muss das neue Institut das Basiskonto eröffnen, obwohl auf dem Papier noch ein anderes Konto existiert.

Etwas Aufmerksamkeit verdient das abgespeckte Guthabenkonto. Fehlen ihm Zahlkarte oder Online Banking, gilt es nach Auffassung der Verbraucherzentralen als nicht vorhanden. Meist ist es dann einfacher, das Konto bei der eigenen Bank in ein Basiskonto umzuwandeln, statt zu wechseln. Dafür muss die Bank auf Wunsch zur Verfügung stehen.

Entscheidend bleibt der Nachweis. Hat Ihnen die alte Bank gekündigt oder haben Sie selbst gekündigt, legen Sie dem neuen Institut das Kündigungsschreiben vor, am besten mit Rückschein oder einem anderen Zustellbeleg. Damit lässt sich belegen, dass das alte Konto bald nicht mehr zur Verfügung steht. Die Angaben der Verbraucherzentralen, auf die sich dieser Abschnitt stützt, stammen zuletzt aus dem Jahr 2024, spätere Gesetzesänderungen sind daher nicht ausgeschlossen. Zeitlich lohnt es sich, den Antrag früh zu stellen, solange das alte Konto noch läuft. Gehalt, Miete und Versicherungsbeiträge brauchen ein Konto, auf dem sie ankommen und abgebucht werden, und eine Lücke von mehreren Tagen kostet schnell Mahngebühren oder führt zu Rücklastschriften.

Antrag, Frist und Kosten im Überblick

Der Antrag wird schriftlich gestellt, am besten mit dem gesetzlichen Formular, das jede Bank auch online bereithalten muss. Zum Nachweis Ihrer Identität genügen Reisepass oder Personalausweis. Asylsuchende legen den Ankunftsnachweis vor, Geduldete den Duldungsbescheid. Nach dem Antrag hat die Bank zehn Geschäftstage Zeit, das Konto einzurichten. Verpflichtet sind alle Institute, die Zahlungskonten für Verbraucher führen, also auch Online Banken. Ausgenommen sind unter anderem Bürgschafts-, Depot-, Teilzahlungs- und Förderbanken.

Im Leistungsumfang stehen Ein- und Auszahlungen, Lastschriften, Überweisungen, Daueraufträge und Kartenzahlungen. Einen Dispokredit schreibt das Gesetz nicht vor, er lässt sich aber freiwillig vereinbaren. Kostenlos muss das Basiskonto nicht sein, die Entgelte müssen jedoch angemessen ausfallen. Die Verbraucherzentralen nennen den Bundesgerichtshof, der im Juni 2020 eine Entgeltklausel der Deutschen Bank für unwirksam erklärte (Aktenzeichen XI ZR 119/19). Als Richtwert wird dort ein Durchschnittspreis von 6,45 Euro im Monat genannt. Ob dieser Wert heute noch gilt, sollten Sie bei der Verbraucherzentrale erfragen.

Außer einem voll nutzbaren Konto lässt das Gesetz nur wenige Ablehnungsgründe zu, die sich so zusammenfassen lassen.

AblehnungsgrundNähere Angabe
Straftat gegen die BankVerurteilung wegen einer vorsätzlichen Tat gegen das Institut, Mitarbeiter oder Kunden in den letzten drei Jahren
Frühere Kündigung wegen MissbrauchsBasiskonto bei derselben Bank wurde im letzten Jahr wegen gesetzwidriger Nutzung gekündigt
GebührenrückständeFrüheres Basiskonto bei dieser Bank, mehr als 100 Euro über mehr als drei Monate offen
GeldwäschegesetzBank kann ihre Sorgfaltspflichten nicht erfüllen, etwa wegen fehlendem Ausweis

Wenn die Bank ablehnt oder schweigt

Entscheidet das Institut nicht fristgerecht oder lehnt es ab, können Sie sich an die BaFin wenden. Dieses Verfahren kostet nichts und gilt bei den Verbraucherzentralen als der wirksamste Weg, wenn Sie das gesetzliche Formular nutzen. Daneben kommen eine Klage vor dem Landgericht oder ein Schlichtungsverfahren in Betracht. Gibt die BaFin der Bank recht, ist eine Klage gegen die Behörde nur in Ausnahmefällen ratsam.

Schufa-Einträge und schwache Bonität sind kein zulässiger Ablehnungsgrund. Wurde der Antrag mit dieser Begründung abgelehnt, können Sie das beanstanden. Lassen Sie sich die Ablehnung schriftlich geben, damit Sie bei der BaFin etwas vorlegen können. Heben Sie außerdem das Antragsformular samt Sendebeleg auf, denn damit lässt sich der Beginn der Zehntagesfrist nachweisen, falls die Bank später behauptet, es sei nichts eingegangen.

Liegt eine Pfändung vor, lässt sich das Basiskonto als Pfändungsschutzkonto führen. Jede Person darf allerdings nur ein einziges P-Konto haben, deshalb muss das alte Konto diese Funktion zuvor verlieren. Seit dem 1. Dezember 2021 sind P-Konten außerdem vor Verrechnungen geschützt. Für Einzelheiten zum Freibetrag und zur Bescheinigung hilft eine Schuldnerberatung weiter, die Sie über Ihre Kommune oder einen Wohlfahrtsverband finden.

Darf die Bank mein Basiskonto später kündigen
Nur in engen Fällen, etwa bei Straftaten gegen die Bank oder falschen Angaben bei der Eröffnung. Vertraglich lassen sich zudem mehr als 24 Monate ohne Nutzung oder die Eröffnung eines weiteren voll nutzbaren Kontos vereinbaren.
Können Selbstständige ein Basiskonto beantragen
Der Anspruch besteht nur für private Zwecke. Wird das Konto überwiegend gewerblich genutzt, auch nebenberuflich, entfällt er. Für Geschäftszahlungen brauchen Sie also ein gewöhnliches Geschäftskonto bei einer Bank Ihrer Wahl.
Kann ich das alte Konto jederzeit selbst kündigen
Ja, Kunden dürfen ein Basiskonto jederzeit kündigen. Bedenken Sie vorher, dass Gehalt, Miete und Lastschriften auf das neue Konto umgestellt sein sollten, damit keine Zahlung ins Leere läuft oder zurückgebucht wird.

Überweisung Meldepflicht und Grenzen im Zahlungsverkehr

Schickt jemand eine größere Summe ins Ausland oder erhält sie von dort, taucht auf dem Kontoauszug manchmal ein kurzer Hinweis auf, der verunsichert. Hinter dem Stichwort Überweisung Meldepflicht steckt eine Vorschrift aus dem Außenwirtschaftsrecht, die Privatleute ebenso trifft wie Firmen. Zahlungen zwischen Inländern und Ausländern werden statistisch erfasst, damit die Deutsche Bundesbank die Zahlungsbilanz berechnen kann. Mit Geldwäsche oder Steuerfahndung hat das zunächst nichts zu tun, auch wenn sich viele Betroffene beim ersten Mal genau das fragen. Dieser Beitrag beschreibt sachlich, ab welchem Betrag die Pflicht greift, welche Zahlungen ausgenommen sind und was nach einem Versäumnis geschieht. Rechtsberatung ist er nicht. Verbindliche Auskünfte erteilt die Bundesbank, bei Streit hilft eine Fachanwältin oder ein Fachanwalt.

Überweisung Meldepflicht und Grenzen im Zahlungsverkehr

Ab welchem Betrag die Meldung fällig wird

Die Grenze liegt bei 12.500 Euro oder dem Gegenwert in einer anderen Währung. Gemeint sind Zahlungen von und nach Deutschland zwischen Inländern und Ausländern. Als Grundlage nennen Zahlungsdienstleister den Paragrafen 67 der Außenwirtschaftsverordnung und den Paragrafen 11 des Außenwirtschaftsgesetzes. Maßgeblich ist, wer zahlt und wer empfängt, nicht der technische Weg des Geldes. Eine Überweisung von Ihrem Girokonto an eine Firma in der Schweiz zählt, eine Zahlung zwischen zwei Konten in Hamburg dagegen nicht.

Meldepflichtig sind Privatpersonen und Unternehmen mit Wohnsitz, gewöhnlichem Aufenthalt oder Sitz in Deutschland. Zu den erfassten Zahlungsarten zählen Überweisungen in Euro und in Fremdwährung, Schecks, Lastschriften, Verrechnungen sowie die Übertragung von Vermögenswerten oder Rechten. Auch ein Geldeingang aus dem Ausland kann die Pflicht auslösen, etwa wenn der Verkaufserlös eines Grundstücks oder eine Erbschaft auf Ihrem Konto landet.

Zerlegt jemand eine große Zahlung in mehrere kleine Teile, um unter der Grenze zu bleiben, kann das nach Angaben eines Zahlungsdienstleisters trotzdem meldepflichtig sein. Von solchen Konstruktionen ist abzuraten, weil sie schnell wie eine Umgehung aussehen. Für ehrlich abgewickelte Zahlungen genügt eine einfache Faustregel: Liegt der Betrag darüber und fließt er über die Grenze, lohnt ein Blick auf die Meldepflicht.

Welche Zahlungen entfallen und wo die Quellen auseinanderliegen

Nicht jede Auslandszahlung muss gemeldet werden. Diese Übersicht fasst zusammen, was nach den gesichteten Angaben von Zahlungsdienstleistern gilt. Einzelheiten können sich ändern.

ZahlungMeldung nötig
Dienstleistung oder Kauf im Ausland ab 12.500 EuroJa
Beträge unter der GrenzeNein, außer bei künstlicher Aufteilung
Erlöse aus Import und Export von WarenNein
Darlehen und Einlagen bis zwölf Monate LaufzeitNein
Renten aus dem AuslandNein
Abozahlungen an ausländische UnternehmenNein

Bei zwei Punkten widersprechen sich die Quellen. Zahlungen auf das eigene Konto im Ausland gelten nach einer Darstellung als meldepflichtig, eine andere Darstellung nimmt einfache Überweisungen zwischen einem inländischen und einem ausländischen Konto aus. Ähnlich uneinheitlich wird Bargeld behandelt. Hier hilft nur der Anruf bei der Bundesbank, bevor Sie größere Beträge bewegen.

Unabhängig davon gelten für Bargeld beim Grenzübertritt eigene Anmeldevorschriften des Zolls, die bei Reisen in oder aus der EU ab 10.000 Euro greifen. Mit der Meldung an die Bundesbank hat das nichts zu tun. Beide Pflichten laufen nebeneinander, und die eine ersetzt die andere nicht.

Meldeweg und Frist für Privatpersonen und Firmen

Gemeldet wird bis zum siebten Kalendertag des Monats, der auf die Zahlung folgt. Ging das Geld im Oktober ein oder raus, ist also am 7. November Schluss, gleichgültig ob die Zahlung am 2. oder am 30. Oktober lief. Ein Eingang aus dem Ausland, den Sie erst später bemerken, zählt mit dem Monat, in dem er auf dem Konto gutgeschrieben wurde. Privatpersonen erreichen die Bundesbank kostenlos unter der Nummer (0800) 1234-111, werktags zwischen 9 und 15 Uhr. Aus dem Ausland gilt +49 6131 377 4790. Unternehmen melden elektronisch über das Portal der Bundesbank, Papiermeldungen werden nach den vorliegenden Angaben nicht mehr angenommen.

Am Telefon werden Ihr Name, das Herkunfts- oder Zielland, der Verwendungszweck, der Betrag und Ihre Kontaktdaten abgefragt. Halten Sie den Kontoauszug oder die Rechnung bereit, dann dauert das Gespräch nur wenige Minuten. Eine Gebühr fällt für die Meldung nicht an. Notieren Sie sich Datum und Uhrzeit des Anrufs sowie den Namen der Person am Telefon, dann können Sie später belegen, dass Sie fristgerecht gehandelt haben. Gleiches gilt für den Kontoauszug mit dem betroffenen Betrag, den Sie bis zur Klärung aufbewahren sollten.

Der Hinweis auf dem Kontoauszug und Folgen bei Versäumnis

Der Vermerk AWV Meldepflicht beachten stammt von der Bank und bedeutet lediglich, dass eine Pflicht bestehen kann. Ob sie im Einzelfall tatsächlich greift, prüft das Institut nicht für Sie. Das bleibt Aufgabe des Kontoinhabers. Wundern Sie sich deshalb nicht, wenn der Hinweis bei einer Zahlung erscheint, die am Ende gar nicht gemeldet werden muss.

Wird die Frist verpasst, gibt es keine Verlängerung. Die Angaben sollten sofort nachgeholt werden, wobei der betroffene Monat zu nennen ist. Bei Verstößen, auch bei verspäteten, falschen oder unvollständigen Meldungen, drohen Bußgelder von bis zu 30.000 Euro. Bei Unsicherheit, ob eine Zahlung unter die Regel fällt, greifen Sie lieber einmal zu viel zum Telefon als einmal zu wenig. Die Hotline kennt die Zweifelsfälle und gibt Auskunft, ohne dass Sie sich rechtfertigen müssen.

Gilt die Pflicht auch ohne deutschen Pass
Ja, nach den Angaben der Zahlungsdienstleister kommt es auf Wohnsitz, gewöhnlichen Aufenthalt oder Sitz an, nicht auf die Staatsangehörigkeit. Ausländische Staatsbürger, die in Deutschland leben, melden Zahlungen über der Grenze ebenso wie Deutsche.
Lohnt sich eine Anmeldenummer für häufige Auslandszahlungen
Bei regelmäßigen Zahlungen ins Ausland lässt sich bei der Bundesbank eine Registrationsnummer beantragen. Für einen einmaligen Vorgang wie einen Immobilienkauf im Ausland lohnt sich der Aufwand kaum. Einzelheiten nennt die Bundesbank.
Muss ich auch den Kauf einer Immobilie im Ausland melden
Eine Zahlung für ein Grundstück oder Haus ab 12.500 Euro geht an einen Ausländer und steht in keiner der genannten Ausnahmelisten. Es spricht daher viel für eine Meldung. Bestätigen Sie das vor der Überweisung mit der Bundesbank.

Online Banking ohne Smartphone nutzen

Ohne Smartphone, ob aus Überzeugung oder weil das Gerät zu alt ist, steht beim Online Banking schnell vor der Frage, wie sich Überweisungen freigeben lassen. Online Banking ohne Smartphone nutzen funktioniert weiterhin, nur hängt es stark davon ab, welche Verfahren Ihre Bank noch führt. Die Zwei-Faktor-Authentifizierung schreibt neben dem Passwort einen zweiten Nachweis vor, und der kommt immer seltener per Zettelliste. Dieser Ratgeber zeigt, welche Verfahren ohne Smartphone auskommen, was sie kosten und woran Sie sich vor dem Umstieg orientieren sollten.

Verfahren, die ohne Smartphone auskommen

Am nächsten liegt die SMS TAN. Die Daten tippen Sie am Computer oder Tablet ein, die Transaktionsnummer erreicht Sie als Kurznachricht auf einem einfachen Handy. Ein Smartphone brauchen Sie dafür nicht, wohl aber eine Mobilfunknummer, die bei der Bank hinterlegt ist. Nicht jede Bank führt dieses Verfahren noch, bei reinen Internetbanken ist es seltener geworden.

Das zweite Standbein ist der TAN Generator, bekannt als chipTAN. Sie stecken Ihre Bankkarte in ein kleines Lesegerät, halten es an den Bildschirm oder tippen Daten ein und erhalten eine Nummer. Das Gerät muss vorab online bei der Bank registriert werden. Auf dem Display können Sie die Auftragsdaten mit Ihrer Eingabe abgleichen, bevor Sie bestätigen. Das Gerät benötigt keine Verbindung zum Netz, nur Ihre Karte und etwas Übung beim ersten Mal. Lassen Sie sich die Einrichtung in einer Filiale oder per Telefon zeigen, wenn Sie unsicher sind.

Besitzen Sie ein Tablet, aber kein Handy, kann die Bank App der App basierten Freigabe auf dem Tablet laufen. Wird Browser und App auf demselben Gerät genutzt, übernimmt die App die Nummer meist automatisch. Wieder andere Verfahren wie BestSign oder Foto TAN benötigen ein spezielles Lesegerät und kommen deshalb für Smartphone Verweigerer selten in Betracht. Unabhängig vom Verfahren brauchen Sie weiterhin einen Computer oder ein Tablet mit Internet. Überweisungen lassen sich vielleicht weiterhin schriftlich erledigen, fragen Sie dazu bei Ihrer Filiale nach, ob Belege oder Selbstbedienungsterminals noch genutzt werden können, eine Selbstverständlichkeit ist das nicht mehr.

Kosten und Grenzen der Verfahren

Die Preise unterscheiden sich von Bank zu Bank, und die Angaben in Fachartikeln altern schnell. Die folgende Übersicht stützt sich auf einen Ratgeber aus dem Jahr 2020 und eine Untersuchung der Verbraucherzentrale Bundesverband von 2022. Aktuelle Werte erfahren Sie nur bei Ihrer Bank.

VerfahrenKosten laut QuellenEinschränkung
SMS TANMeist kostenlos, teils bis 12 Cent je VorgangNicht bei jeder Bank verfügbar
TAN Generator (chipTAN)Gerät etwa 30 EuroGerät kann auf eine Bank beschränkt sein
App auf dem TabletMeist kostenfreiTablet mit aktuellem System nötig
BestSign, Foto TANLesegerät nötig, Preis je BankOhne Smartphone aufwendig

Die Verbraucherzentrale Bundesverband hatte 2022 bei 25 Banken und Sparkassen festgestellt, dass App Verfahren wie pushTAN am weitesten verbreitet und durchweg kostenlos waren. Sind Sie auf ein Lesegerät angewiesen, müssen Sie dieses dagegen auf eigene Kosten anschaffen, teils sogar mehrfach, weil manche Geräte nur bei einem einzigen Institut funktionieren. Vor allem Privatbanken und reine Internetbanken setzen auf solche Insellösungen. Nach Einschätzung des Verbands läuft das dem EU Ziel zuwider, den Kontowechsel zu erleichtern, weil er dadurch aufwendiger und teurer wird. Der Verband forderte, dass jede Bank mindestens ein kostenloses, sicheres Verfahren zur Verfügung stellen muss, das möglichst alle nutzen können.

Worauf Sie vor dem Umstieg achten

Fragen Sie Ihre Bank zuerst, welche Verfahren sie aktuell führt und ob sie ein Verfahren ohne Smartphone kostenlos einrichtet. Lassen Sie sich die Antwort schriftlich geben oder halten Sie sie im Kundenportal fest. Planen Sie für die Einrichtung etwas Zeit ein, denn ein Lesegerät braucht vor dem ersten Einsatz eine Anmeldung im Kundenportal und kann je nach Haus erst nach einer Freischaltung genutzt werden. Beantragen Sie das Verfahren deshalb rechtzeitig, bevor das alte ausläuft, damit Sie nicht kurzfristig ohne Zugang dastehen und dringende Überweisungen in der Filiale erledigen müssen. Hat die Bank nichts im Angebot, das zu Ihnen passt, ist ein Kontowechsel eine Überlegung wert. Klären Sie dann vorab, ob ein Lesegerät, das Sie schon besitzen, bei der neuen Bank weiterverwendet werden kann.

Menschen mit Sehbehinderung haben es schwerer als andere. In der Untersuchung von 2022 hatten nur zwei der 25 Institute chipTAN für Blinde und Sehbehinderte im Angebot. Wenn das auf Sie zutrifft, lohnt der Anruf bei der Beratungsstelle der Bank, bevor Sie ein Gerät kaufen.

Geben Sie TANs niemals telefonisch oder per Mail weiter, egal wie dringend der Anrufer klingt. Banken fragen nie nach Nummern, und eine Freigabe sollte immer zu einem Auftrag gehören, den Sie selbst gerade ausgelöst haben. Verbraucherzentralen warnen regelmäßig vor Betrugsversuchen, die genau diese Unsicherheit ausnutzen. Brauchen Sie beim Banking Hilfe von Angehörigen, ist eine Vollmacht für das Konto der sicherere Weg als das Weitergeben von Zugangsdaten. Die Bank kann Ihnen sagen, welche Formulare sie dafür verwendet und wie Sie die Vollmacht jederzeit wieder entziehen.

Reicht ein einfaches Handy für SMS TAN
Ja, die Nummer kommt als normale Kurznachricht an. Das Handy braucht weder Internet noch Apps. Die Mobilfunknummer muss lediglich bei der Bank hinterlegt sein, und das Gerät sollte Empfang haben, wenn Sie eine Überweisung freigeben.
Kann ich mein Lesegerät bei jeder Bank verwenden
Nicht immer. Manche Geräte sind Insellösungen, die nur bei einem Institut funktionieren. Bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken ist chipTAN weiter verbreitet. Fragen Sie vor dem Kauf nach, ob Ihr Gerät mit der Bank zusammenarbeitet.
Was tun, wenn die Bank alle Verfahren ohne Smartphone streicht
Fragen Sie nach einer Alternative und weisen Sie auf Ihre Situation hin. Bleibt die Bank dabei, ist ein Wechsel eine Überlegung wert. Die Verbraucherzentrale berät zu Ihren Rechten und zum Kontowechsel.