Haftpflichtversicherung ohne Wohnsitz in Deutschland

Beim Umzug ins Ausland wandern Koffer, Papiere und Erinnerungen ins Gepäck, an die private Haftpflicht denken die wenigsten. Dabei hängt ihr Schutz an einem Detail, das viele Verträge ausdrücklich nennen: dem Wohnsitz. Eine Haftpflichtversicherung ohne Wohnsitz in Deutschland verhält sich anders als die Police eines Urlaubers, der nur ein paar Wochen weg ist. Ob der Vertrag weiterläuft, wie lange er im Ausland gilt und wann Sie eine neue Absicherung brauchen, hängt vom Tarif ab. Dieser Beitrag ordnet das sachlich ein, stützt sich auf Informationen von ADAC, Zurich und einem Auswandererportal und ersetzt keine Beratung. Verbindlich sagt Ihnen Ihr Versicherer, was in Ihrem Vertrag steht.

Haftpflichtversicherung ohne Wohnsitz in Deutschland

Warum der Wohnsitz für den Schutz zählt

In Deutschland haftet jeder, der einem anderen einen Schaden zufügt, grundsätzlich mit seinem gesamten Vermögen. Genau dagegen schützt die private Haftpflichtversicherung, weshalb sie als Standardabsicherung gilt. Viele Tarife gelten auch im Ausland, solange der Aufenthalt vorübergehend ist. Der genaue Umfang steht im räumlichen Geltungsbereich der Versicherungsbedingungen, und dort lohnt der Blick.

Manche Verträge machen den Auslandsschutz von einem Erstwohnsitz in Deutschland abhängig. Bei der Privathaftpflicht des ADAC heißt es ausdrücklich, ein Wohnsitz in Deutschland sei Voraussetzung für den Vertragsabschluss und den damit verbundenen Auslandsschutz. Andere Verträge knüpfen den Schutz nur an Dauer und Region des Aufenthalts. Entscheidend ist also nicht die Postleitzahl allein, sondern die Formulierung im Vertrag.

Auch Zweck und Art des Aufenthalts können eine Rolle spielen, etwa ob jemand Urlaub macht, studiert oder im Ausland arbeitet. Suchen Sie in den Bedingungen nach Begriffen wie räumlicher Geltungsbereich, Auslandsaufenthalt, vorübergehend und Wohnsitz. Steht dort ein Zeitraum in Monaten oder Jahren, notieren Sie ihn zusammen mit dem Beginn Ihrer Reise. Dauert der Aufenthalt absehbar länger, stellen Sie die Anfrage beim Versicherer vor der Abreise und nicht erst nach einem Schaden.

Studierende im Auslandssemester können über die Familienversicherung der Eltern mitversichert sein, sofern deren Bedingungen das zulassen.

Wie lange der Schutz im Ausland gilt

Bei der Dauer unterscheiden die Versicherer nach Region. Innerhalb Europas gelten viele Tarife länger oder zeitlich unbegrenzt. Zurich nennt für die EU, die Schweiz, Liechtenstein, Norwegen, Island, Monaco, San Marino und Andorra eine unbegrenzte Dauer. Weltweit gelten häufig Höchstfristen zwischen einem und fünf Jahren. Nach den Angaben von Zurich sind es im Basis-Schutz bis zu drei und im Top-Schutz bis zu fünf Jahre, beim ADAC außerhalb Europas höchstens fünf Jahre.

Zur Orientierung dient diese Übersicht, die ausschließlich auf den Angaben der genannten Versicherer beruht. Seitenstände aus dem Jahr 2023 stehen neben neueren, Ihr Vertrag kann abweichen.

Versicherer und TarifEuropaWeltweit
ADAC PrivathaftpflichtOhne zeitliche GrenzeBis zu fünf Jahre
Zurich Basis-SchutzUnbegrenzt, auf die oben genannten Länder bezogenBis zu drei Jahre
Zurich Top-SchutzUnbegrenzt, gleiche LänderlisteBis zu fünf Jahre

Für Reisen in die USA empfiehlt Zurich eine hohe Deckungssumme, weil dort schon bei kleinen Schäden hohe Forderungen üblich seien. Meist ist sie im In- und Ausland gleich hoch. Als Untergrenze für Personenschäden werden fünf Millionen Euro genannt. Die Forderungsausfalldeckung, die der ADAC im Tarif Exklusiv mitliefert, springt ein, wenn Sie selbst geschädigt wurden und der Verursacher nicht zahlen kann. Sie greift nur für Schadenereignisse in der EU, der Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein, was für Reisende in andere Regionen eine Lücke bedeutet.

Was bei Abmeldung und Umzug mit dem Vertrag passiert

Verlegen Sie Ihren Wohnsitz dauerhaft ins Ausland und melden sich in Deutschland ab, endet der Schutz bei vielen Versicherern. Das Auswandererportal Deutsche im Ausland formuliert es so, Zurich weist sogar darauf hin, dass dies auch bei einem nur vorübergehenden Umzug mit geplanter Rückkehr gelten kann. Die Quellen sind sich also nicht in jedem Punkt einig, ob eine zeitlich begrenzte Verlegung den Schutz gefährdet. Deshalb ist die Anfrage beim eigenen Versicherer vor der Abmeldung wichtiger als jede allgemeine Aussage.

Teilen Sie dem Versicherer Ihre Pläne mit, bevor Sie ausreisen. Fehlende oder falsche Angaben können im Schadensfall dazu führen, dass Leistungen gekürzt oder verweigert werden. Lassen Sie sich die Antwort schriftlich bestätigen, vor allem zu den Fragen, ob der Vertrag nach der Abmeldung weiterläuft und bis zu welchem Datum er gilt. Eine Kündigung im Zweifel zu früh auszusprechen kann ebenfalls ein Fehler sein, weil dann eine Lücke zwischen alter und neuer Absicherung entsteht.

Zieht jemand dauerhaft um, empfehlen die genannten Quellen, im neuen Land eine örtliche private Haftpflicht abzuschließen oder eine internationale Haftpflichtversicherung zu prüfen. Welche Variante sich eignet, hängt vom Zielland ab. Vergleichen Sie dabei Deckungssumme und Ausschlüsse mit Ihrem bisherigen Vertrag, damit keine Lücke entsteht. Praktisch bewährt sich eine feste Reihenfolge: zuerst die Bedingungen der alten Police lesen, dann dem Versicherer die Ausreise melden und erst danach die neue Absicherung so beginnen lassen, dass sie am Tag der Abmeldung gilt. Gekündigt wird die alte Police erst, wenn die Bestätigung der neuen vorliegt. Sammeln Sie alle Schreiben in einer Mappe, denn im Streitfall zählt, was sich belegen lässt. Dazu gehören auch die Bedingungen in der Fassung, die bei Vertragsbeginn galt, sowie spätere Änderungsmitteilungen des Versicherers, die gern übersehen werden.

Hilft eine Auslandsreisekrankenversicherung bei Haftpflichtschäden
Nein, sie zahlt Behandlungskosten für Sie selbst, nicht Schäden, die Sie anderen zufügen. Für fremde Schäden ist die Haftpflicht zuständig. Beide Verträge sind getrennt und sollten getrennt geprüft werden, damit sich keine falsche Sicherheit einschleicht, weil einer von beiden bestehen bleibt.
Gilt der Schutz für Kinder bei einem Schüleraustausch
Ob Kinder bei einem Schüleraustausch über den Vertrag der Eltern geschützt sind, regeln die Bedingungen des Tarifs, etwa zu Dauer, Region und Altersgrenze. Erkundigen Sie sich vor der Abreise beim Versicherer und halten Sie die Antwort fest.
Sind Schäden aus Straftaten mitversichert
Nein, Zurich nennt als Ausschlüsse vorsätzlich herbeigeführte Schäden und Schäden aus strafbaren Handlungen wie Diebstahl, Sachbeschädigung oder Körperverletzung. Das gilt unabhängig davon, ob der Vorfall im Inland oder im Ausland geschieht.

Basiskonto trotz bestehendem Konto eröffnen

Gleich zu Beginn die wichtigsten Punkte

Ob Sie trotz vorhandenem Girokonto ein Basiskonto bekommen, hängt davon ab, wie brauchbar das alte Konto tatsächlich ist. Schufa und Bonität spielen bei der Entscheidung der Bank keine Rolle. Wie Sie vorgehen und was nach einer Absage hilft, steht weiter unten.

Ein Basiskonto trotz bestehendem Konto zu beantragen, klingt nach einem Widerspruch, kommt aber gar nicht selten vor. Das alte Girokonto wurde von der Bank gekündigt, ist wegen einer Pfändung blockiert oder hat so wenige Funktionen, dass sich damit kaum Rechnungen bezahlen lassen. Nach dem Zahlungskontengesetz haben Verbraucher mit rechtmäßigem Aufenthalt in der EU Anspruch auf ein Konto für den üblichen Zahlungsverkehr. Ausdrücklich eingeschlossen sind Obdachlose, Asylsuchende und Geduldete. Dieser Beitrag ordnet die Regeln sachlich ein und ersetzt keine Rechtsberatung. Bei Streit mit einer Bank helfen Verbraucherzentrale, Bankenaufsicht BaFin oder eine Fachanwältin beziehungsweise ein Fachanwalt für Bankrecht.

Basiskonto trotz bestehendem Konto eröffnen

Wann ein vorhandenes Konto den Anspruch ausschließt

Die Bank darf den Antrag ablehnen, wenn Sie bereits ein Basiskonto oder ein vergleichbares Konto besitzen, das sich voll nutzen lässt. Das Wort voll ist hier der Kern. Zählen kann ein Konto nicht, wenn die Bank eigene Forderungen damit verrechnet, es gekündigt wurde oder die Schließung bevorsteht. In solchen Fällen muss das neue Institut das Basiskonto eröffnen, obwohl auf dem Papier noch ein anderes Konto existiert.

Etwas Aufmerksamkeit verdient das abgespeckte Guthabenkonto. Fehlen ihm Zahlkarte oder Online Banking, gilt es nach Auffassung der Verbraucherzentralen als nicht vorhanden. Meist ist es dann einfacher, das Konto bei der eigenen Bank in ein Basiskonto umzuwandeln, statt zu wechseln. Dafür muss die Bank auf Wunsch zur Verfügung stehen.

Entscheidend bleibt der Nachweis. Hat Ihnen die alte Bank gekündigt oder haben Sie selbst gekündigt, legen Sie dem neuen Institut das Kündigungsschreiben vor, am besten mit Rückschein oder einem anderen Zustellbeleg. Damit lässt sich belegen, dass das alte Konto bald nicht mehr zur Verfügung steht. Die Angaben der Verbraucherzentralen, auf die sich dieser Abschnitt stützt, stammen zuletzt aus dem Jahr 2024, spätere Gesetzesänderungen sind daher nicht ausgeschlossen. Zeitlich lohnt es sich, den Antrag früh zu stellen, solange das alte Konto noch läuft. Gehalt, Miete und Versicherungsbeiträge brauchen ein Konto, auf dem sie ankommen und abgebucht werden, und eine Lücke von mehreren Tagen kostet schnell Mahngebühren oder führt zu Rücklastschriften.

Antrag, Frist und Kosten im Überblick

Der Antrag wird schriftlich gestellt, am besten mit dem gesetzlichen Formular, das jede Bank auch online bereithalten muss. Zum Nachweis Ihrer Identität genügen Reisepass oder Personalausweis. Asylsuchende legen den Ankunftsnachweis vor, Geduldete den Duldungsbescheid. Nach dem Antrag hat die Bank zehn Geschäftstage Zeit, das Konto einzurichten. Verpflichtet sind alle Institute, die Zahlungskonten für Verbraucher führen, also auch Online Banken. Ausgenommen sind unter anderem Bürgschafts-, Depot-, Teilzahlungs- und Förderbanken.

Im Leistungsumfang stehen Ein- und Auszahlungen, Lastschriften, Überweisungen, Daueraufträge und Kartenzahlungen. Einen Dispokredit schreibt das Gesetz nicht vor, er lässt sich aber freiwillig vereinbaren. Kostenlos muss das Basiskonto nicht sein, die Entgelte müssen jedoch angemessen ausfallen. Die Verbraucherzentralen nennen den Bundesgerichtshof, der im Juni 2020 eine Entgeltklausel der Deutschen Bank für unwirksam erklärte (Aktenzeichen XI ZR 119/19). Als Richtwert wird dort ein Durchschnittspreis von 6,45 Euro im Monat genannt. Ob dieser Wert heute noch gilt, sollten Sie bei der Verbraucherzentrale erfragen.

Außer einem voll nutzbaren Konto lässt das Gesetz nur wenige Ablehnungsgründe zu, die sich so zusammenfassen lassen.

AblehnungsgrundNähere Angabe
Straftat gegen die BankVerurteilung wegen einer vorsätzlichen Tat gegen das Institut, Mitarbeiter oder Kunden in den letzten drei Jahren
Frühere Kündigung wegen MissbrauchsBasiskonto bei derselben Bank wurde im letzten Jahr wegen gesetzwidriger Nutzung gekündigt
GebührenrückständeFrüheres Basiskonto bei dieser Bank, mehr als 100 Euro über mehr als drei Monate offen
GeldwäschegesetzBank kann ihre Sorgfaltspflichten nicht erfüllen, etwa wegen fehlendem Ausweis

Wenn die Bank ablehnt oder schweigt

Entscheidet das Institut nicht fristgerecht oder lehnt es ab, können Sie sich an die BaFin wenden. Dieses Verfahren kostet nichts und gilt bei den Verbraucherzentralen als der wirksamste Weg, wenn Sie das gesetzliche Formular nutzen. Daneben kommen eine Klage vor dem Landgericht oder ein Schlichtungsverfahren in Betracht. Gibt die BaFin der Bank recht, ist eine Klage gegen die Behörde nur in Ausnahmefällen ratsam.

Schufa-Einträge und schwache Bonität sind kein zulässiger Ablehnungsgrund. Wurde der Antrag mit dieser Begründung abgelehnt, können Sie das beanstanden. Lassen Sie sich die Ablehnung schriftlich geben, damit Sie bei der BaFin etwas vorlegen können. Heben Sie außerdem das Antragsformular samt Sendebeleg auf, denn damit lässt sich der Beginn der Zehntagesfrist nachweisen, falls die Bank später behauptet, es sei nichts eingegangen.

Liegt eine Pfändung vor, lässt sich das Basiskonto als Pfändungsschutzkonto führen. Jede Person darf allerdings nur ein einziges P-Konto haben, deshalb muss das alte Konto diese Funktion zuvor verlieren. Seit dem 1. Dezember 2021 sind P-Konten außerdem vor Verrechnungen geschützt. Für Einzelheiten zum Freibetrag und zur Bescheinigung hilft eine Schuldnerberatung weiter, die Sie über Ihre Kommune oder einen Wohlfahrtsverband finden.

Darf die Bank mein Basiskonto später kündigen
Nur in engen Fällen, etwa bei Straftaten gegen die Bank oder falschen Angaben bei der Eröffnung. Vertraglich lassen sich zudem mehr als 24 Monate ohne Nutzung oder die Eröffnung eines weiteren voll nutzbaren Kontos vereinbaren.
Können Selbstständige ein Basiskonto beantragen
Der Anspruch besteht nur für private Zwecke. Wird das Konto überwiegend gewerblich genutzt, auch nebenberuflich, entfällt er. Für Geschäftszahlungen brauchen Sie also ein gewöhnliches Geschäftskonto bei einer Bank Ihrer Wahl.
Kann ich das alte Konto jederzeit selbst kündigen
Ja, Kunden dürfen ein Basiskonto jederzeit kündigen. Bedenken Sie vorher, dass Gehalt, Miete und Lastschriften auf das neue Konto umgestellt sein sollten, damit keine Zahlung ins Leere läuft oder zurückgebucht wird.

Überweisung Meldepflicht und Grenzen im Zahlungsverkehr

Schickt jemand eine größere Summe ins Ausland oder erhält sie von dort, taucht auf dem Kontoauszug manchmal ein kurzer Hinweis auf, der verunsichert. Hinter dem Stichwort Überweisung Meldepflicht steckt eine Vorschrift aus dem Außenwirtschaftsrecht, die Privatleute ebenso trifft wie Firmen. Zahlungen zwischen Inländern und Ausländern werden statistisch erfasst, damit die Deutsche Bundesbank die Zahlungsbilanz berechnen kann. Mit Geldwäsche oder Steuerfahndung hat das zunächst nichts zu tun, auch wenn sich viele Betroffene beim ersten Mal genau das fragen. Dieser Beitrag beschreibt sachlich, ab welchem Betrag die Pflicht greift, welche Zahlungen ausgenommen sind und was nach einem Versäumnis geschieht. Rechtsberatung ist er nicht. Verbindliche Auskünfte erteilt die Bundesbank, bei Streit hilft eine Fachanwältin oder ein Fachanwalt.

Überweisung Meldepflicht und Grenzen im Zahlungsverkehr

Ab welchem Betrag die Meldung fällig wird

Die Grenze liegt bei 12.500 Euro oder dem Gegenwert in einer anderen Währung. Gemeint sind Zahlungen von und nach Deutschland zwischen Inländern und Ausländern. Als Grundlage nennen Zahlungsdienstleister den Paragrafen 67 der Außenwirtschaftsverordnung und den Paragrafen 11 des Außenwirtschaftsgesetzes. Maßgeblich ist, wer zahlt und wer empfängt, nicht der technische Weg des Geldes. Eine Überweisung von Ihrem Girokonto an eine Firma in der Schweiz zählt, eine Zahlung zwischen zwei Konten in Hamburg dagegen nicht.

Meldepflichtig sind Privatpersonen und Unternehmen mit Wohnsitz, gewöhnlichem Aufenthalt oder Sitz in Deutschland. Zu den erfassten Zahlungsarten zählen Überweisungen in Euro und in Fremdwährung, Schecks, Lastschriften, Verrechnungen sowie die Übertragung von Vermögenswerten oder Rechten. Auch ein Geldeingang aus dem Ausland kann die Pflicht auslösen, etwa wenn der Verkaufserlös eines Grundstücks oder eine Erbschaft auf Ihrem Konto landet.

Zerlegt jemand eine große Zahlung in mehrere kleine Teile, um unter der Grenze zu bleiben, kann das nach Angaben eines Zahlungsdienstleisters trotzdem meldepflichtig sein. Von solchen Konstruktionen ist abzuraten, weil sie schnell wie eine Umgehung aussehen. Für ehrlich abgewickelte Zahlungen genügt eine einfache Faustregel: Liegt der Betrag darüber und fließt er über die Grenze, lohnt ein Blick auf die Meldepflicht.

Welche Zahlungen entfallen und wo die Quellen auseinanderliegen

Nicht jede Auslandszahlung muss gemeldet werden. Diese Übersicht fasst zusammen, was nach den gesichteten Angaben von Zahlungsdienstleistern gilt. Einzelheiten können sich ändern.

ZahlungMeldung nötig
Dienstleistung oder Kauf im Ausland ab 12.500 EuroJa
Beträge unter der GrenzeNein, außer bei künstlicher Aufteilung
Erlöse aus Import und Export von WarenNein
Darlehen und Einlagen bis zwölf Monate LaufzeitNein
Renten aus dem AuslandNein
Abozahlungen an ausländische UnternehmenNein

Bei zwei Punkten widersprechen sich die Quellen. Zahlungen auf das eigene Konto im Ausland gelten nach einer Darstellung als meldepflichtig, eine andere Darstellung nimmt einfache Überweisungen zwischen einem inländischen und einem ausländischen Konto aus. Ähnlich uneinheitlich wird Bargeld behandelt. Hier hilft nur der Anruf bei der Bundesbank, bevor Sie größere Beträge bewegen.

Unabhängig davon gelten für Bargeld beim Grenzübertritt eigene Anmeldevorschriften des Zolls, die bei Reisen in oder aus der EU ab 10.000 Euro greifen. Mit der Meldung an die Bundesbank hat das nichts zu tun. Beide Pflichten laufen nebeneinander, und die eine ersetzt die andere nicht.

Meldeweg und Frist für Privatpersonen und Firmen

Gemeldet wird bis zum siebten Kalendertag des Monats, der auf die Zahlung folgt. Ging das Geld im Oktober ein oder raus, ist also am 7. November Schluss, gleichgültig ob die Zahlung am 2. oder am 30. Oktober lief. Ein Eingang aus dem Ausland, den Sie erst später bemerken, zählt mit dem Monat, in dem er auf dem Konto gutgeschrieben wurde. Privatpersonen erreichen die Bundesbank kostenlos unter der Nummer (0800) 1234-111, werktags zwischen 9 und 15 Uhr. Aus dem Ausland gilt +49 6131 377 4790. Unternehmen melden elektronisch über das Portal der Bundesbank, Papiermeldungen werden nach den vorliegenden Angaben nicht mehr angenommen.

Am Telefon werden Ihr Name, das Herkunfts- oder Zielland, der Verwendungszweck, der Betrag und Ihre Kontaktdaten abgefragt. Halten Sie den Kontoauszug oder die Rechnung bereit, dann dauert das Gespräch nur wenige Minuten. Eine Gebühr fällt für die Meldung nicht an. Notieren Sie sich Datum und Uhrzeit des Anrufs sowie den Namen der Person am Telefon, dann können Sie später belegen, dass Sie fristgerecht gehandelt haben. Gleiches gilt für den Kontoauszug mit dem betroffenen Betrag, den Sie bis zur Klärung aufbewahren sollten.

Der Hinweis auf dem Kontoauszug und Folgen bei Versäumnis

Der Vermerk AWV Meldepflicht beachten stammt von der Bank und bedeutet lediglich, dass eine Pflicht bestehen kann. Ob sie im Einzelfall tatsächlich greift, prüft das Institut nicht für Sie. Das bleibt Aufgabe des Kontoinhabers. Wundern Sie sich deshalb nicht, wenn der Hinweis bei einer Zahlung erscheint, die am Ende gar nicht gemeldet werden muss.

Wird die Frist verpasst, gibt es keine Verlängerung. Die Angaben sollten sofort nachgeholt werden, wobei der betroffene Monat zu nennen ist. Bei Verstößen, auch bei verspäteten, falschen oder unvollständigen Meldungen, drohen Bußgelder von bis zu 30.000 Euro. Bei Unsicherheit, ob eine Zahlung unter die Regel fällt, greifen Sie lieber einmal zu viel zum Telefon als einmal zu wenig. Die Hotline kennt die Zweifelsfälle und gibt Auskunft, ohne dass Sie sich rechtfertigen müssen.

Gilt die Pflicht auch ohne deutschen Pass
Ja, nach den Angaben der Zahlungsdienstleister kommt es auf Wohnsitz, gewöhnlichen Aufenthalt oder Sitz an, nicht auf die Staatsangehörigkeit. Ausländische Staatsbürger, die in Deutschland leben, melden Zahlungen über der Grenze ebenso wie Deutsche.
Lohnt sich eine Anmeldenummer für häufige Auslandszahlungen
Bei regelmäßigen Zahlungen ins Ausland lässt sich bei der Bundesbank eine Registrationsnummer beantragen. Für einen einmaligen Vorgang wie einen Immobilienkauf im Ausland lohnt sich der Aufwand kaum. Einzelheiten nennt die Bundesbank.
Muss ich auch den Kauf einer Immobilie im Ausland melden
Eine Zahlung für ein Grundstück oder Haus ab 12.500 Euro geht an einen Ausländer und steht in keiner der genannten Ausnahmelisten. Es spricht daher viel für eine Meldung. Bestätigen Sie das vor der Überweisung mit der Bundesbank.

Online Banking ohne Smartphone nutzen

Ohne Smartphone, ob aus Überzeugung oder weil das Gerät zu alt ist, steht beim Online Banking schnell vor der Frage, wie sich Überweisungen freigeben lassen. Online Banking ohne Smartphone nutzen funktioniert weiterhin, nur hängt es stark davon ab, welche Verfahren Ihre Bank noch führt. Die Zwei-Faktor-Authentifizierung schreibt neben dem Passwort einen zweiten Nachweis vor, und der kommt immer seltener per Zettelliste. Dieser Ratgeber zeigt, welche Verfahren ohne Smartphone auskommen, was sie kosten und woran Sie sich vor dem Umstieg orientieren sollten.

Verfahren, die ohne Smartphone auskommen

Am nächsten liegt die SMS TAN. Die Daten tippen Sie am Computer oder Tablet ein, die Transaktionsnummer erreicht Sie als Kurznachricht auf einem einfachen Handy. Ein Smartphone brauchen Sie dafür nicht, wohl aber eine Mobilfunknummer, die bei der Bank hinterlegt ist. Nicht jede Bank führt dieses Verfahren noch, bei reinen Internetbanken ist es seltener geworden.

Das zweite Standbein ist der TAN Generator, bekannt als chipTAN. Sie stecken Ihre Bankkarte in ein kleines Lesegerät, halten es an den Bildschirm oder tippen Daten ein und erhalten eine Nummer. Das Gerät muss vorab online bei der Bank registriert werden. Auf dem Display können Sie die Auftragsdaten mit Ihrer Eingabe abgleichen, bevor Sie bestätigen. Das Gerät benötigt keine Verbindung zum Netz, nur Ihre Karte und etwas Übung beim ersten Mal. Lassen Sie sich die Einrichtung in einer Filiale oder per Telefon zeigen, wenn Sie unsicher sind.

Besitzen Sie ein Tablet, aber kein Handy, kann die Bank App der App basierten Freigabe auf dem Tablet laufen. Wird Browser und App auf demselben Gerät genutzt, übernimmt die App die Nummer meist automatisch. Wieder andere Verfahren wie BestSign oder Foto TAN benötigen ein spezielles Lesegerät und kommen deshalb für Smartphone Verweigerer selten in Betracht. Unabhängig vom Verfahren brauchen Sie weiterhin einen Computer oder ein Tablet mit Internet. Überweisungen lassen sich vielleicht weiterhin schriftlich erledigen, fragen Sie dazu bei Ihrer Filiale nach, ob Belege oder Selbstbedienungsterminals noch genutzt werden können, eine Selbstverständlichkeit ist das nicht mehr.

Kosten und Grenzen der Verfahren

Die Preise unterscheiden sich von Bank zu Bank, und die Angaben in Fachartikeln altern schnell. Die folgende Übersicht stützt sich auf einen Ratgeber aus dem Jahr 2020 und eine Untersuchung der Verbraucherzentrale Bundesverband von 2022. Aktuelle Werte erfahren Sie nur bei Ihrer Bank.

VerfahrenKosten laut QuellenEinschränkung
SMS TANMeist kostenlos, teils bis 12 Cent je VorgangNicht bei jeder Bank verfügbar
TAN Generator (chipTAN)Gerät etwa 30 EuroGerät kann auf eine Bank beschränkt sein
App auf dem TabletMeist kostenfreiTablet mit aktuellem System nötig
BestSign, Foto TANLesegerät nötig, Preis je BankOhne Smartphone aufwendig

Die Verbraucherzentrale Bundesverband hatte 2022 bei 25 Banken und Sparkassen festgestellt, dass App Verfahren wie pushTAN am weitesten verbreitet und durchweg kostenlos waren. Sind Sie auf ein Lesegerät angewiesen, müssen Sie dieses dagegen auf eigene Kosten anschaffen, teils sogar mehrfach, weil manche Geräte nur bei einem einzigen Institut funktionieren. Vor allem Privatbanken und reine Internetbanken setzen auf solche Insellösungen. Nach Einschätzung des Verbands läuft das dem EU Ziel zuwider, den Kontowechsel zu erleichtern, weil er dadurch aufwendiger und teurer wird. Der Verband forderte, dass jede Bank mindestens ein kostenloses, sicheres Verfahren zur Verfügung stellen muss, das möglichst alle nutzen können.

Worauf Sie vor dem Umstieg achten

Fragen Sie Ihre Bank zuerst, welche Verfahren sie aktuell führt und ob sie ein Verfahren ohne Smartphone kostenlos einrichtet. Lassen Sie sich die Antwort schriftlich geben oder halten Sie sie im Kundenportal fest. Planen Sie für die Einrichtung etwas Zeit ein, denn ein Lesegerät braucht vor dem ersten Einsatz eine Anmeldung im Kundenportal und kann je nach Haus erst nach einer Freischaltung genutzt werden. Beantragen Sie das Verfahren deshalb rechtzeitig, bevor das alte ausläuft, damit Sie nicht kurzfristig ohne Zugang dastehen und dringende Überweisungen in der Filiale erledigen müssen. Hat die Bank nichts im Angebot, das zu Ihnen passt, ist ein Kontowechsel eine Überlegung wert. Klären Sie dann vorab, ob ein Lesegerät, das Sie schon besitzen, bei der neuen Bank weiterverwendet werden kann.

Menschen mit Sehbehinderung haben es schwerer als andere. In der Untersuchung von 2022 hatten nur zwei der 25 Institute chipTAN für Blinde und Sehbehinderte im Angebot. Wenn das auf Sie zutrifft, lohnt der Anruf bei der Beratungsstelle der Bank, bevor Sie ein Gerät kaufen.

Geben Sie TANs niemals telefonisch oder per Mail weiter, egal wie dringend der Anrufer klingt. Banken fragen nie nach Nummern, und eine Freigabe sollte immer zu einem Auftrag gehören, den Sie selbst gerade ausgelöst haben. Verbraucherzentralen warnen regelmäßig vor Betrugsversuchen, die genau diese Unsicherheit ausnutzen. Brauchen Sie beim Banking Hilfe von Angehörigen, ist eine Vollmacht für das Konto der sicherere Weg als das Weitergeben von Zugangsdaten. Die Bank kann Ihnen sagen, welche Formulare sie dafür verwendet und wie Sie die Vollmacht jederzeit wieder entziehen.

Reicht ein einfaches Handy für SMS TAN
Ja, die Nummer kommt als normale Kurznachricht an. Das Handy braucht weder Internet noch Apps. Die Mobilfunknummer muss lediglich bei der Bank hinterlegt sein, und das Gerät sollte Empfang haben, wenn Sie eine Überweisung freigeben.
Kann ich mein Lesegerät bei jeder Bank verwenden
Nicht immer. Manche Geräte sind Insellösungen, die nur bei einem Institut funktionieren. Bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken ist chipTAN weiter verbreitet. Fragen Sie vor dem Kauf nach, ob Ihr Gerät mit der Bank zusammenarbeitet.
Was tun, wenn die Bank alle Verfahren ohne Smartphone streicht
Fragen Sie nach einer Alternative und weisen Sie auf Ihre Situation hin. Bleibt die Bank dabei, ist ein Wechsel eine Überlegung wert. Die Verbraucherzentrale berät zu Ihren Rechten und zum Kontowechsel.

Gemeinsames Konto nach dem Tod eines Partners

Was Hinterbliebene zuerst wissen sollten

Wie es mit dem Konto weitergeht, hängt von der Kontoform und von der Erbfolge ab. Wichtiger als der Zugriff auf das Geld ist die Frage, wem es im Verhältnis zu den Erben zusteht. Welche Schritte zuerst anstehen und welche Belege Sie sammeln sollten, steht weiter unten.

Ein gemeinsames Konto nach dem Tod eines Partners wirft Fragen auf, die in den ersten Tagen niemand beantworten möchte und die sich trotzdem nicht aufschieben lassen. Miete, Strom und Versicherungen laufen weiter, die Bank erfährt vom Todesfall, und plötzlich steht im Raum, ob Sie noch über das Geld verfügen dürfen. Dieser Ratgeber beschreibt die Lage sachlich und ohne Anspruch auf Rechtsberatung. Im Streitfall ist ein Fachanwalt für Erbrecht die richtige Adresse, im Zweifel auch das Nachlassgericht.

Oder Konto und Und Konto im Todesfall

Bei einem Oder Konto darf jeder Inhaber allein verfügen. Das ändert sich mit dem Tod eines Partners zunächst nicht, der Überlebende bleibt Kontoinhaber und kann weiter Überweisungen tätigen oder Geld abheben. Daueraufträge laufen in der Regel weiter. Viele Banken wandeln ein solches Konto nach der Mitteilung des Todesfalls allerdings in ein Und Konto um, um Missbrauch zu verhindern. Fragen Sie Ihre Bank, wie sie damit verfährt.

Anders liegt der Fall beim Und Konto. Hier können nur alle Inhaber gemeinsam verfügen, nach dem Tod also der Überlebende zusammen mit den Erben. Solange die Erbfolge nicht feststeht, kann das den Zugriff blockieren. Gibt es mehrere Erben, die sich uneinig sind, zieht sich die Sache entsprechend hin.

Gemeinsame Schulden, etwa ein Dispokredit auf dem Konto, haften die Partner nach Berichten gesamtschuldnerisch, die Erben treten in die Verträge ein. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Verfügungsbefugnis und Eigentum. Dass die Bank Sie weiter über das Konto verfügen lässt, heißt nicht, dass Ihnen das gesamte Guthaben am Ende allein gehört. Die Bank prüft das im Innenverhältnis zwischen Ihnen und den Erben gewöhnlich nicht.

Wem das Guthaben gehört

Ohne ausdrückliche Vereinbarung gilt bei einem Partnerkonto häufig die Hälfte als Ausgangspunkt. Eine feste Regel ist das nicht. Maßgeblich können die Herkunft der Einzahlungen, der Zweck des Kontos und die tatsächliche Nutzung sein. Floss überwiegend das Gehalt eines Partners auf das Konto, kann der Anteil des Verstorbenen am Guthaben größer ausfallen, und dieser Anteil gehört dann zum Nachlass.

Haben beide Partner der Bank gemeinsam eine schriftliche Vereinbarung über die Zuordnung vorgelegt, bleibt diese nach der Berichterstattung von Fachportalen auch nach dem Tod gültig. Auch eine Schenkung zu Lebzeiten kann dazu führen, dass der Überlebende das Guthaben allein beanspruchen darf. Ob eine solche Konstellation vorliegt, lässt sich nur im Einzelfall beurteilen.

Miterben können vom Überlebenden Auskunft und Rechenschaft über Kontobewegungen verlangen. Abhebungen oder Umbuchungen, die nur Ihnen zugutekamen, können Ausgleichsansprüche auslösen. Zahlungen für Beerdigung, Miete oder Pflege lassen sich dagegen leichter rechtfertigen, wenn Belege vorhanden sind. Hinzu kommt, dass das Widerrufsrecht gegenüber früheren Einzelverfügungen auf die Erben übergehen kann, sie also mancher Anweisung nachträglich widersprechen könnten.

Erste Schritte bei der Bank

Informieren Sie die Bank zeitnah über den Todesfall und halten Sie die Sterbeurkunde bereit. Zum Schließen oder Umschreiben des Kontos verlangt die Bank ohne Vollmacht einen Erbnachweis, etwa einen Erbschein oder ein notarielles Testament mit Eröffnungsprotokoll. Welche Papiere sie akzeptiert, unterscheidet sich von Haus zu Haus.

Prüfen Sie parallel, welche Lastschriften und Daueraufträge weiterlaufen sollen. Laufende Verträge des Verstorbenen, etwa Zeitschriften oder Mitgliedschaften, sollten Sie gesondert kündigen. Hat der Überlebende kein eigenes Einzelkonto, lohnt es sich, schnell eines zu eröffnen, damit Rente oder Gehalt weiterhin ankommen. Die Bank prüft bei der Umschreibung auch die Identität der Erben, planen Sie daher Termine ein. Sichern Sie außerdem Unterlagen, bevor Fragen entstehen: Kontoeröffnungsunterlagen, Kontoauszüge von vor und nach dem Todestag, eine Saldenbestätigung zum Todestag und Rechnungen für jede größere Zahlung mit Angabe des Zwecks.

Zwei Fristen sollten Sie im Blick behalten, wenn es um das Erbe selbst geht.

ThemaFristBeginn
ErbausschlagungSechs WochenKenntnis vom Erbfall und vom Grund der Berufung
PflichtteilsansprücheDrei JahreKenntnis vom Erbfall und von der Beeinträchtigung

Wann sich fachlicher Rat lohnt

Bei hohen Beträgen, Streit unter Erben, Pflichtteilsfragen oder einer Patchwork Familie lohnt sich eine individuelle Prüfung durch einen Fachanwalt für Erbrecht. Die Verbraucherzentrale hilft bei allgemeinen Fragen zu Kontoverträgen und Bankgebühren. Verzichten Sie darauf, Geld hastig umzubuchen, solange die Erbfolge offen ist, denn damit riskieren Sie Rückforderungen und Streit, der sich vermeiden ließe. Für die Zukunft empfehlen Fachportale eine testamentarische Absicherung. Paare, die dieses Thema noch vor sich haben, können es mit einer Vereinbarung über die Aufteilung des Kontoguthabens verbinden und diese bei der Bank einreichen. Planen Sie für all das Zeit ein und führen Sie ein kurzes Protokoll darüber, wann Sie welche Stelle informiert haben, denn so lässt sich später belegen, dass Sie zügig gehandelt haben. Rechnen Sie damit, dass Erbscheine und Auskünfte erfahrungsgemäß Wochen dauern. Bei Unsicherheit über Nachweise hilft zudem das Nachlassgericht, das für den Erbschein zuständig ist, mit Auskünften zum Verfahren.

Darf die Bank das gemeinsame Konto sperren
Ein Oder Konto wird nicht automatisch voll gesperrt. Die Bank kann einzelne Vorgänge aber zurückstellen, sobald sie vom Todesfall weiß, und bei Streit unter Erben Nachweise oder eine Einigung verlangen.
Was ist eine postmortale Vollmacht
Eine Kontovollmacht erlischt nicht automatisch mit dem Tod, darf aber nur im Interesse der Erben genutzt werden. Zur Vorsorge lässt sich beim Notar eine Vollmacht über den Tod hinaus erstellen, die bei der Bank hinterlegt wird.
Was passiert mit dem gemeinsamen Freistellungsauftrag
Ein gemeinsamer Freistellungsauftrag verliert nach dem Todesfall seine Grundlage, für das Folgejahr ist ein neuer Auftrag nötig. Für das Todesjahr gelten Sonderregeln, die Ihnen die Bank oder das Finanzamt erläutern.

Riester Rente in ein Altersvorsorgedepot umwandeln

Seit der Reform der privaten Altersvorsorge fragen sich viele Riester Sparer, ob sie ihren Vertrag aufgeben sollten. Das Stichwort Riester Rente Altersvorsorgedepot umwandeln taucht derzeit überall auf, und die Antwort fällt nüchterner aus, als manche Schlagzeile vermuten lässt. Ihr bestehender Vertrag wird nicht angetastet, niemand zwingt Sie zu einem Schritt. Dieser Ratgeber ordnet ein, was nach Stand Oktober 2026 bekannt ist, an welchen Stellen die Quellen auseinandergehen und was Sie vor einer Entscheidung prüfen sollten. Er ersetzt keine Anlage- oder Steuerberatung.

Was sich ab 2027 ändert

Neue Riester Verträge lassen sich nur noch bis Ende 2026 nach dem bisherigen Modell abschließen, ab dem 1. Januar 2027 greifen andere Regeln. An die Stelle von Riester tritt das Altersvorsorgedepot, dessen Gesetz der Bundesrat im Frühjahr 2026 gebilligt hat. Sie investieren darin in Aktien, Fonds und ETFs. Eine Beitragsgarantie gehört nicht automatisch dazu, im Gespräch sind Produktvarianten mit 100 oder 80 Prozent Garantie auf die eingezahlten Beiträge.

Hinzu kommt ein Standarddepot eines öffentlichen Trägers. Für dieses wurde die Obergrenze der jährlichen Gesamtkosten auf ein Prozent gesenkt, zuvor stand 1,5 Prozent im Raum. Bei der Förderung nennen Berichte zum Gesetz eine Grundzulage von 50 Prozent auf Beiträge bis 360 Euro im Jahr und 25 Prozent auf den Teil bis 1.800 Euro, höchstens 540 Euro. Pro Kind soll eine Kinderzulage von 100 Prozent der Eigenbeiträge fließen, gedeckelt bei 300 Euro. Als Mindesteigenbeitrag werden 120 Euro jährlich genannt. Steuerlich soll der Sonderausgabenabzug künftig bei 1.800 Euro zuzüglich Zulageanspruch liegen, bisher waren es 2.100 Euro einschließlich Zulage.

Diese Zahlen stammen aus Berichten zum Gesetzgebungsverfahren. Bei der Umsetzung können sich Einzelheiten verschieben, deshalb zählt am Ende, was Ihr Vertragspartner schriftlich zusagt und was die Zentrale Zulagenstelle bestätigt.

Drei Wege für bestehende Verträge

Der erste Weg ist der unspektakulärste: Sie tun nichts. Verträge, die vor dem 1. Januar 2027 abgeschlossen wurden, genießen Bestandsschutz und laufen mit der bisherigen Förderung weiter. Es gibt weder eine automatische Kündigung noch eine automatische Umwandlung, und Sie können weiter einzahlen.

Der zweite Weg betrifft die Förderung allein. Laut den ausgewerteten Berichten kann ein Altvertrag durch eine Erklärung gegenüber dem Vertragspartner in die neue steuerliche Förderung wechseln, während die übrigen Bedingungen bleiben. Beim dritten Weg schließen Sie einen Neuvertrag mit neuen Konditionen ab und übertragen das Kapital. Die bisher erhaltene Förderung müssen Sie dabei nicht zurückzahlen. Eine schlichte Kündigung ist dagegen etwas anderes, denn dabei werden Zulagen und Steuervorteile in der Regel zurückgefordert.

Die Quellen beschreiben den Ablauf unterschiedlich ausführlich, einen einheitlichen Formularweg gibt es nach heutigem Wissen noch nicht. Die folgende Übersicht stellt die drei Wege nebeneinander.

WegAuswirkung auf die FörderungKosten und Aufwand
Vertrag unverändert weiterführenBisherige Förderung bleibt bestehenKein Aufwand, keine neuen Kosten
Nur Förderung wechselnNeue steuerliche Förderung, übrige Bedingungen gleichSchriftliche Erklärung beim Vertragspartner
Neuvertrag im AltersvorsorgedepotKeine Rückzahlung bisheriger ZulagenWechsel-, Abschluss- und Vertriebskosten möglich, laut Berichten gesetzlich begrenzt

Wann sich ein Wechsel rechnet

Eine pauschale Empfehlung wäre unseriös, denn es hängt an Ihrem Vertrag. Entscheidend ist zunächst, wie viel Zeit bis zum Rentenbeginn bleibt. Mit Mitte 30 und dreißig Jahren Restlaufzeit lassen sich Kursschwankungen aussitzen. Bei Menschen kurz vor dem Ruhestand wiegt dagegen die Garantie, die ein klassischer Riester Vertrag meist enthält, deutlich schwerer als eine mögliche Mehrrendite.

Als zweites sollten Sie die Kosten im alten Vertrag ansehen. Abschlusskosten sind häufig längst bezahlt, ein Neuvertrag kann sie erneut auslösen. Ein günstiger Altvertrag mit solider Verzinsung ist deshalb kein Kandidat für einen eiligen Wechsel. Anders sieht es bei einem teuren Vertrag mit schwacher Wertentwicklung aus, dort kann der Umstieg sinnvoll sein.

Ein dritter Punkt ist die Auszahlung. Befristete Auszahlpläne im neuen Modell enden nach den vorliegenden Informationen spätestens mit 85 Jahren, danach ist das Geld aufgebraucht. Steigende Gesundheits- und Pflegekosten im hohen Alter sollten Sie in Ihre Rechnung einbeziehen. Verträge mit lebenslanger Rente verhalten sich hier anders. Auch Familien sollten rechnen: Nach Einschätzung der Rentenversicherung profitieren Haushalte mit Kindern und geringerem Einkommen stark von der aktuellen Riester Förderung, und ob die neue Kinderzulage das ausgleicht, zeigt erst eine Berechnung mit Ihren Zahlen.

So bereiten Sie die Entscheidung vor

Fordern Sie bei Ihrem Vertragspartner eine aktuelle Standmitteilung an, aus der Garantiehöhe, Kosten und bisherige Zulagen hervorgehen. Fragen Sie schriftlich nach, welche Wechselkosten anfallen und ob ein Wechsel nur der Förderung möglich ist. Lassen Sie sich Antworten nicht mündlich geben, sondern per Brief oder Kundenportal bestätigen. Rechnen Sie zusätzlich mit der Besteuerung im Alter: Bei Riester werden Auszahlungen nachgelagert versteuert, und die Auswirkung hängt von Ihrem späteren Einkommen ab. Stellen Sie sich einmal die Frage, welchen Betrag Sie monatlich tatsächlich sparen können, ohne bei Notfällen ein Konto überziehen zu müssen. Ein Vertrag, den Sie nicht durchhalten, nützt auch mit bester Förderung wenig.

Prüfen Sie außerdem, ob Ihr Dauerzulageantrag läuft, damit keine Zulagen verloren gehen. Eine Frist zum Wechseln nennen die ausgewerteten Quellen nicht, ein späterer Umstieg gilt laut Deutscher Rentenversicherung als jederzeit möglich. Unterschreiben Sie also nichts unter Zeitdruck, auch nicht, wenn ein Vertreter mit Rabatten oder Aktionen lockt.

Kann ich Riester behalten und zusätzlich ein Depot besparen
Das ist noch nicht in allen Quellen gleich beschrieben. Ein Fachportal weist darauf hin, dass beim Abschluss eines neuen Vertrags die neuen Regeln auch für den alten gelten können. Fragen Sie vorher schriftlich bei Ihrem Vertragspartner nach.
Sind Selbständige ab 2027 förderberechtigt
Laut Deutscher Rentenversicherung wird der Kreis der Förderberechtigten erweitert. Selbständige und Pflichtmitglieder berufsständischer Versorgungseinrichtungen können grundsätzlich unmittelbar gefördert werden. Ob Sie dazugehören, klärt die Zentrale Zulagenstelle oder Ihr Vertragspartner.
Wo finde ich kostenlose Beratung zum Wechsel
Die Deutsche Rentenversicherung führt kostenfreie, unabhängige Gespräche zur Altersvorsorge, teilweise auch per Video. Die Verbraucherzentralen beraten neutral, verlangen dafür aber Gebühren. Vereinbaren Sie in beiden Fällen vorab einen Termin.

Riester Rente ohne Todesfallleistung und die Folgen für Hinterbliebene

Viele Riester Verträge wurden vor Jahren abgeschlossen, ohne dass jemand über den Todesfall gesprochen hätte. Hinterbliebene stehen später vor der Frage, was mit dem Geld geschieht, wenn eine Riester Rente ohne Todesfallleistung läuft, also ohne Rentengarantiezeit und ohne vereinbarte Hinterbliebenenrente. Welche Antwort gilt, hängt davon ab, ob der Vertrag noch anspart oder schon zahlt, und davon, wer erbt. Dieser Beitrag ordnet das mit Stand Oktober 2026 ein und ersetzt weder Rechts noch Steuerberatung.

Riester Rente ohne Todesfallleistung und die Folgen für Hinterbliebene

Was eine fehlende Todesfallleistung bedeutet

Todesfallleistung ist kein feststehender Gesetzesbegriff. Gemeint ist, was nach dem Tod der Vertragsperson noch fließt: eine Rente an Hinterbliebene, eine Rentengarantiezeit oder ein Restkapital. Fehlt all das, endet der Schutz mit dem Tod, und das bereits Angesparte wird zum Problem für die Erben.

Der Grund liegt in der Förderung. Wird gefördertes Altersvorsorgevermögen im Todesfall ausgezahlt, gilt das nach § 93 EStG grundsätzlich als schädliche Verwendung. Zurückgezahlt werden müssen dann die staatlichen Zulagen und die Steuervorteile der Vergangenheit. Den Vorgang meldet der Vertragspartner an die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen und behält den Rückforderungsbetrag ein. Auf die verbleibenden Erträge müssen die Erben Steuern zahlen.

Zur Größenordnung ein Rechenbeispiel. Angenommen, ein Vertrag enthält 20.000 Euro, darin stecken 3.000 Euro Zulagen und 2.000 Euro Steuervorteile. Zahlt der Vertragspartner an entfernte Erben aus, fließen 5.000 Euro an den Staat, und von den restlichen 15.000 Euro ist der Ertragsanteil noch zu versteuern. Das Guthaben verfällt dabei nicht, es schrumpft nur um die Förderung. Ob es sich lohnt, die Auszahlung zu vermeiden, hängt deshalb vom Verwandtschaftsgrad ab.

Ansparphase mit Ehepartner, Kindern und anderen Erben

Ehepartner und eingetragene Lebenspartner haben die besten Karten. Er kann das Kapital samt Zulagen auf einen eigenen Riester Vertrag übertragen, ohne dass Förderung zurückfließt. Voraussetzung ist, dass die Eheleute zum Todeszeitpunkt nicht dauernd getrennt lebten und beide ihren Wohnsitz in der EU oder im EWR hatten. Hat der Partner noch keinen Vertrag, bleiben ihm zwölf Monate nach dem Todesmonat, um einen abzuschließen. Verpasst er die Frist, ist die Förderung weg.

Kinder haben diese Vorzugsstellung nicht. Sie erben das Kapital, müssen aber Zulagen und Steuervorteile zurückgeben, soweit der Vertrag keine Hinterbliebenenrente vorsieht. Besteht eine solche Rente und erhält das Kind Kindergeld, kann sie als Waisenrente ohne Rückzahlung fließen. Endet der Kindergeldanspruch, wird die Förderung fällig. Längstens bis zum 25. Lebensjahr läuft die Waisenrente. Vereinfacht gerechnet: Bei 35.000 Euro Guthaben und einem 20 jährigen Kind mit Kindergeld bis 25 ergeben sich grob 583 Euro im Monat, denn 35.000 Euro verteilen sich auf 60 Monate. Kosten und weitere Verzinsung ändern den Betrag.

Gelingt die förderunschädliche Übertragung, versteuert der Hinterbliebene die späteren Renten nachgelagert, und die Kapitalübertragung an den Partner gilt in der Regel nicht als steuerpflichtiger Erwerb. Unverheiratete Partner gelten wie jeder andere Erbe. Steuerneutral übertragen lässt sich für sie nichts, es bleibt bei Rückforderung und Besteuerung der Erträge. Geschwister und andere Erben erhalten den Rest nach Abzug von Nachlassverbindlichkeiten. Erbschaftsteuer fällt erst oberhalb der Freibeträge an, etwa 500.000 Euro für Ehepartner und 400.000 Euro für Kinder.

Rentenphase ohne Garantiezeit

Läuft die Rente bereits, zählt die Vertragsart. Eine lebenslange Leibrente endet mit dem Tod. Ist weder Rentengarantiezeit noch Restkapitalauszahlung vereinbart, enden Vertrag und Zahlungen, und die Erben erhalten nichts. Bitter ist das vor allem, wenn die Rente erst kurz lief.

Anders sieht es bei Varianten aus, die ausdrücklich Hinterbliebene bedenken. Wurde eine Garantiezeit vereinbart, zahlt der Vertrag bei frühem Tod weiter, üblich sind fünf bis zehn Jahre. Die Quellen bewerten das unterschiedlich: Nach einer Darstellung behalten Ehepartner, Lebenspartner und kindergeldberechtigte Kinder die Förderung vollständig, nach einer anderen gilt die Zahlung an Erben bei Verträgen bis 2026 als schädliche Verwendung, wobei der Ehepartner übertragen kann. Mit einem Auszahlplan geht das Restkapital an die Erben, die Förderung darauf fließt an den Staat zurück.

In der Rentenphase sind Verkauf und reguläre Kündigung ausgeschlossen. Bei klassischen Rentenversicherungen verfällt das Restkapital meist an die Versicherungsgemeinschaft, bei Bank und Fondssparplänen fällt es in den Nachlass. Lesen Sie in Ihren Vertragsunterlagen nach, welche Variante vorliegt.

Was Hinterbliebene jetzt tun sollten

Melden Sie den Todesfall dem Vertragspartner mit Sterbeurkunde, Vertragsnummer und Originalversicherungsschein, je nach Fall verlangt er zusätzlich einen Erbschein. Kündigen müssen Sie den Vertrag dafür nicht, die Abwicklung läuft nach der Meldung an. Prüfen Sie danach in den Unterlagen, ob eine Hinterbliebenenrente, eine Garantiezeit oder ein Wohn Riester Konto vorliegt. Ist der Ehepartner übertragungsberechtigt, beantragen Sie die Übertragung schriftlich und früh, weil die Frist läuft.

Läuft der Vertrag schon in der Rentenphase, bitten Sie den Vertragspartner schriftlich um Auskunft, ob Garantiezeit oder Restkapital besteht, und lassen Sie ein angebotenes Einmalzahlungsangebot erst prüfen. Unterschreiben Sie kein Auszahlungsformular, bevor die Übertragungsfrage geklärt ist, denn eine Auszahlung bedeutet den Verlust der Förderung. Besitzen Sie selbst einen Riester Vertrag, prüfen Sie jetzt, ob Hinterbliebenenschutz oder eine Garantiezeit vereinbart ist, und fragen Sie den Vertragspartner, ob sich der Schutz ergänzen lässt. Ein Verzicht darauf erhöht die Rente in der Regel leicht, die Abwägung hängt von Ihrer Familie ab. Fragen zum Ablauf beantwortet die Zentrale Zulagenstelle bei der Deutschen Rentenversicherung Bund, bei Zweifeln helfen Verbraucherzentrale, Rentenberater oder Fachanwalt.

Wie verläuft der Todesfall bei Wohn Riester
Der nicht versteuerte Betrag auf dem Wohnförderkonto wird den Steuern des Verstorbenen zugerechnet. Der überlebende Ehepartner kann das Konto stattdessen übernehmen.
Muss ich Beiträge für Absicherung zurückzahlen
Beitragsanteile, die nur für Berufsunfähigkeits oder Hinterbliebenenschutz ohne Kapitalbildung verwendet wurden, bleiben von der Rückzahlung ausgenommen.
Ändert sich etwas durch die Reform der Altersvorsorge
Nach Angaben eines Verbraucherportals behalten Verträge bis Ende 2026 die bisherigen Todesfallregeln. Für neue Modelle wie das Altersvorsorgedepot sollten Sie den aktuellen Stand der Gesetzgebung prüfen.

Lebensversicherung kündigen ohne Police Ablauf und Unterlagen

Zuerst der Überblick

Eine verlorene Police ist lästig, stoppt den Ausstieg aus dem Vertrag aber nicht. Der Versicherer verlangt Ersatz für das Dokument, und wie schnell das läuft, hängt von Ihren Vertragsdaten, von Rechten Dritter am Vertrag und vom Einreichungsweg ab.

Beim Aufräumen fehlt der Ordner mit dem Versicherungsschein, oder er ging beim Umzug verloren. Wollen Sie Ihre Lebensversicherung kündigen ohne Police, stellt sich die Frage, welche Papiere stattdessen verlangt werden und ob Ihnen deswegen Nachteile drohen. Dieser Beitrag zeigt mit Stand Oktober 2026 den üblichen Ablauf. Rechtsrat ersetzt er nicht, bei Streit helfen Verbraucherzentrale oder Fachanwalt.

Lebensversicherung kündigen ohne Police Ablauf und Unterlagen

Warum der Versicherer das Original sehen will

Der Versicherungsschein, den viele schlicht Police nennen, ist die Urkunde über den Vertrag. Für Lebens-, Renten- und Kapitalversicherungen gilt das Original vielfach als Voraussetzung für eine Auszahlung. Die Urkunde soll belegen, wer berechtigt ist, und ein verschwundenes Exemplar könnte theoretisch in fremde Hände geraten sein. Deshalb will der Versicherer vor der Überweisung des Rückkaufswerts eine Absicherung.

Das Gesetz kennt den Fall. Nach § 3 des Versicherungsvertragsgesetzes können Sie bei Verlust oder Zerstörung der Urkunde einen neuen Versicherungsschein verlangen. Muss die alte Urkunde nach den gesetzlichen Regeln erst für kraftlos erklärt werden, stellt der Versicherer den neuen Schein erst nach dieser Erklärung aus. Laut den Formularen der Gesellschaften genügt bei Lebensversicherungen meist eine schriftliche Verlusterklärung. Ob Ihr Versicherer mehr fordert, steht in seinen Bedingungen.

Unberührt bleibt das Kündigungsrecht selbst. Verträge mit laufender Beitragszahlung dürfen Sie laut Gesetz grundsätzlich kündigen (§ 168 VVG). Fragen Sie, ob Kündigung und Verlusterklärung im selben Schreiben gehen dürfen.

Verlusterklärung und Ersatzpolice Schritt für Schritt

Zuerst brauchen Sie die Vertragsnummer. Sie steht auf Beitragsabbuchungen, Jahresmitteilungen und in der Korrespondenz mit dem Versicherer, bei Versicherern ohne Filialnetz auch im Kundenkonto. Danach fordern Sie den Vordruck an oder laden ihn im Kundenportal herunter. Manche Gesellschaften nehmen das unterschriebene Formular per E-Mail oder Upload an, andere verlangen den Postweg. Nach Eingang stellt der Versicherer ein Ersatzdokument aus oder bearbeitet die Kündigung auf Grundlage der Erklärung. Heben Sie das neue Dokument sofort digital und in Papierform an zwei getrennten Orten auf, damit sich der Verlust nicht wiederholt.

Die Tabelle zeigt, was das Formular eines großen Versicherers ohne Filialnetz abfragt; andere Gesellschaften verlangen Ähnliches.

AngabeZweck
Name, Geburtsdatum, AnschriftZuordnung zur versicherten Person und zum Vertrag
VertragsnummerEindeutige Identifizierung des Vertrags
Datum und Ort des Verlusts mit kurzer SchilderungNachvollziehbarkeit, wie die Police abhandenkam
Unterschrift unter der HaftungserklärungSie bestätigen, dass kein unwiderrufliches Bezugsrecht besteht und nichts verpfändet, abgetreten oder gepfändet ist, und stehen für Ansprüche Dritter ein

Lassen Sie sich den Eingang bestätigen und notieren Sie das Datum. Rufen Sie nach zwei bis drei Wochen an, wenn nichts passiert.

Wenn Dritte Rechte am Vertrag haben

Der heikelste Punkt ist die Haftungserklärung. Haben Sie die Police früher als Sicherheit für einen Kredit abgetreten oder verpfändet, gehört ein Teil der Ansprüche nicht mehr Ihnen. Dasselbe gilt für ein unwiderrufliches Bezugsrecht zugunsten des Ehepartners oder der Kinder sowie für eine Pfändung durch einen Gläubiger. Unterschreiben Sie die Erklärung in solchen Fällen trotzdem, riskieren Sie, dass der Versicherer später Geld zurückfordert.

Bestehen solche Rechte, sollten Sie das offen ansprechen. Vermutlich benötigen Sie dann die Zustimmung des Begünstigten oder des Gläubigers, bevor der Rückkaufswert fließt; welche Nachweise der Versicherer verlangt, erfahren Sie bei ihm. Sprechen Sie mit eventuell Begünstigten, bevor Sie den Antrag stellen, denn eine Rückfrage in der Familie spart Wochen. Taucht die Original-Police später wieder auf, melden Sie das, damit nicht zwei Urkunden im Umlauf bleiben.

Rückkaufswert und Alternativen vor dem Abschicken

Bevor die Kündigung rausgeht, lohnt der Blick darauf, was Sie dafür erhalten. Ausgezahlt wird der Rückkaufswert samt bereits erworbener Überschussanteile, die letzte Standmitteilung nennt ihn. Er liegt meist deutlich unter den eingezahlten Beiträgen, weil Abschluss und Vertriebskosten sowie ein Stornoabschlag abgezogen werden können. Stammt der Vertrag aus der Zeit vor 2005, kann die Auszahlung steuerfrei sein, und ältere Verträge tragen zudem häufig höhere garantierte Zinsen. Lassen Sie die Rendite deshalb von einer unabhängigen Stelle berechnen.

Als Alternativen nennt die Verbraucherzentrale unter anderem die Beitragsfreistellung nach § 165 VVG, bei der Schutz und Ablaufleistung sinken, die Überschussansprüche aber bleiben, sowie eine Beitragsreduzierung. Ein Policendarlehen setzt die Verpfändung der Police voraus und passt schlecht zu einer Verlusterklärung. Für die Kündigung genügt, sofern keine Form vereinbart ist, ein formloses Schreiben, empfohlen wird ein Einwurfeinschreiben. Sie wirkt zum Ende der Versicherungsperiode, bei monatlicher Zahlung können kürzere Fristen gelten. Zurücknehmen lässt sie sich nur mit Zustimmung des Versicherers.

Eine Faustregel der Verbraucherzentrale: Ermitteln Sie, welchen Zins Rückkaufswert und gesparte Beiträge erreichen müssten, um die garantierte Ablaufleistung zu erzielen. Liegen die Zinsen sehr niedrig, lässt sich die Rendite alter Verträge schwer ersetzen. Zusatzbausteine wie den Unfalltod Einschluss können Sie dagegen einzeln streichen, wenn niemand versorgt werden muss.

Ansprüche wegen fehlerhafter Berechnung verjähren in der Regel nach drei Jahren, gerechnet ab dem 1. Januar des Folgejahres. Prüfen Sie den Auszahlungsbescheid also zeitnah. Außerdem kann bei Verträgen seit 1991 eine fehlerhafte Belehrung über Widerruf oder Rücktritt die Rückabwicklung erlauben, das endet allerdings gelegentlich im Rechtsstreit. Steuerliche Folgen hängen von Vertragsbeginn und Laufzeit ab und gehören in ein Gespräch mit Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein.

Kostet der Ersatz der Police etwas
Nach dem Gesetz trägt der Versicherungsnehmer die Kosten für den neuen Schein und muss sie auf Verlangen vorschießen. Versicherer berechnen dafür meist eine Gebühr, die Höhe erfahren Sie dort.
Wie lange sollte ich eine Police nach Vertragsende aufheben
Mindestens drei Jahre. Bei Lebens- und Rentenversicherungen kann mehr sinnvoll sein, etwa wenn Erben Ansprüche aus dem Vertrag herleiten und den Schein für die Auszahlung brauchen.
Was gilt für Fristen, wenn ich Unterlagen anfordere
Brauchen Sie Abschriften Ihrer Vertragserklärungen, um eine Frist einzuhalten, ruht der Fristlauf nach dem Gesetz ab Ihrem Verlangen bis zum Eingang der Abschriften bei Ihnen.

Freistellungsauftrag unterm Jahr ändern und Fristen kennen

Im Frühjahr läuft das Tagesgeld noch ruhig, im Herbst landet plötzlich eine größere Zinsgutschrift auf dem Konto, und die Bank behält trotzdem Abgeltungsteuer ein. Spätestens dann taucht die Frage auf, ob sich der Freistellungsauftrag unterm Jahr ändern lässt und bis wann das noch Sinn hat. Es geht, meist ohne großen Aufwand, doch einige Fristen und Grenzen sollten Sie kennen. Dieser Ratgeber erklärt mit Stand Oktober 2026, wie die Anpassung abläuft und worauf Sie bei mehreren Banken achten. Steuerberatung ersetzt er nicht.

Freistellungsauftrag unterm Jahr ändern und Fristen kennen

Änderung im laufenden Jahr und die Grenze nach unten

Ein Freistellungsauftrag gilt für das Kalenderjahr, in dem Sie ihn erteilen, und kann befristet oder unbefristet laufen. Innerhalb des Jahres dürfen Sie ihn so häufig anpassen, wie Sie möchten. Banken und Versicherer halten dafür ein Online Formular im Kundenbereich bereit, alternativ drucken Sie das Papierformular aus, unterschreiben es und schicken es per Post. Persönliche Daten sind im Portal meist schon vorausgefüllt.

Nach unten setzt das Institut allerdings eine Grenze. Der neue Betrag darf nicht niedriger ausfallen als die Summe, die bereits ausgeschöpft wurde. Haben Sie bis Oktober schon 500 Euro Erträge freigestellt, nimmt die Bank keine Senkung auf 350 Euro an, denn für diese Erträge ist der Betrag verbraucht. Möchten Sie bei diesem Haus kürzen, gehen Sie also höchstens bis zur Höhe der bisherigen Erträge herunter.

Bis wann im Jahr eine Änderung noch ankommt, hängt vom Haus ab. Genannt wird häufig der letzte Bankarbeitstag, doch interne Bearbeitungszeiten können früher enden. Fragen Sie im Dezember deshalb nach der Frist und reichen den Antrag lieber eine Woche zu früh als zu spät ein. Erhöhen Sie den Betrag, nachdem schon Steuer abgeführt wurde, erstattet die Bank den Abzug in manchen Fällen selbst; die Angaben dazu gehen auseinander. Kontoauszug und Jahressteuerbescheinigung schaffen danach Gewissheit.

Wie viel auf dem Spiel steht, zeigt eine einfache Rechnung. Ohne Auftrag zieht die Bank 25 Prozent Abgeltungsteuer ab, dazu 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag auf diese Steuer, bei Kirchensteuerpflicht kommt sie ebenfalls hinzu, und der Steuersatz sinkt rechnerisch auf 24,45 Prozent. Auf 1.000 Euro Erträge sind das gut 263 Euro, die Sie sonst erst über die Steuererklärung zurückholen. Rechtzeitig angepasst, erspart der Auftrag diesen Umweg und das Warten auf den Bescheid.

Den Betrag auf mehrere Banken verteilen

Der Sparer Pauschbetrag liegt bei 1.000 Euro für Alleinstehende und bei 2.000 Euro für zusammen veranlagte Ehepaare und eingetragene Lebenspartner. Er gilt für Sie insgesamt, nicht je Bank. Die Institute sehen die Aufträge der anderen nicht, die Verteilung liegt allein bei Ihnen, und die Summe aller Aufträge darf den Höchstbetrag nicht übersteigen.

Rechnen Sie deshalb vorab durch, wo wie viel anfällt. Angenommen, das Tagesgeld bringt im Jahr voraussichtlich 600 Euro, das Festgeld bei einer zweiten Bank 250 Euro und das Depot rund 300 Euro an Dividenden. Zusammen sind das 1.150 Euro, 150 Euro bleiben also ohnehin steuerpflichtig. Sinnvoll wäre eine Verteilung von 450, 250 und 300 Euro. Fallen die Erträge im Lauf des Jahres anders aus, verschieben Sie Beträge: Bei der Bank mit weniger Zinsen senken Sie, wo mehr hereinkommt, erhöhen Sie.

Läuft der Auftrag unbefristet, lohnt sich ein fester Termin im Januar. Zinsen schwanken, Festgeld läuft aus, ein Depot wächst. Gleichen Sie die Beträge mit den Jahressteuerbescheinigungen des Vorjahres ab und schätzen Sie ehrlich, was im neuen Jahr hereinkommt. Planen Sie bei Depots eine kleine Reserve ein, denn eine Dividende, die erst im Dezember fließt, bringt sonst unerwartet Abzüge.

Überschreitet die Summe den Höchstbetrag, fällt das dem Finanzamt über die gemeldeten Beträge auf, und es kann Rückfragen stellen oder eine Korrektur verlangen. Eine kurze Überschneidung beim Bankwechsel wird in der Praxis meist über die Angaben in der Steuererklärung bereinigt, verbindlich ist das jedoch nicht.

Ehepaare mit Zusammenveranlagung dürfen zusammen 2.000 Euro freistellen. Jeder Partner kann dafür bei seinen Banken eigene Aufträge erteilen oder beide unterschreiben einen gemeinsamen. Rechnen Sie in beiden Fällen die Summe aller Aufträge nach.

Zu viel gezahlte Steuer, Vorjahr und Nichtveranlagung

Nicht immer greift der Auftrag rechtzeitig. Die Tabelle ordnet drei Situationen ein, in denen Sie anders vorgehen als mit einer einfachen Anpassung.

SituationVorgehen
Steuer wurde einbehalten, obwohl Pauschbetrag frei warGesamterträge in der Anlage KAP der Einkommensteuererklärung angeben, das Finanzamt rechnet den Pauschbetrag an
Einkommen liegt unter dem Grundfreibetrag (2026 sind das 12.348 Euro)Nichtveranlagungsbescheinigung (Formular NV 1 A) beim Finanzamt beantragen, sie gilt höchstens drei Jahre und macht den Auftrag überflüssig
Ehepaar mit gemeinsamem AuftragDer Auftrag gilt zugleich als Antrag auf ehegattenübergreifende Verlustverrechnung, Gewinne und Verluste aller Konten werden einmal jährlich verrechnet

Beim Vorjahr widersprechen sich die Quellen. Ein Versicherer nennt den 31. Januar als späteste Frist für eine nachträgliche Erteilung, ein Finanzportal schließt eine solche Nachholung für vergangene Jahre aus. Fragen Sie Ihr Institut. Lautet die Antwort nein, holen Sie die Steuer über die Steuererklärung zurück.

Anfang des Jahres stellen die Banken die Jahressteuerbescheinigung aus, in der die freigestellten Erträge stehen. Heben Sie sie auf. Angaben in der Steuererklärung sind zum Beispiel nötig, wenn Sie nachträglich freistellen lassen, Gewinne und Verluste nachträglich verrechnen oder ein ausländisches Institut keine Steuer abführt. Bei Unsicherheit helfen Lohnsteuerhilfeverein, Steuerberater oder Finanzamt weiter.

Bekommen Kinder einen eigenen Freistellungsauftrag
Minderjährige Kinder können einen eigenen Auftrag bis 1.000 Euro erhalten. Ihre Erträge zählen dann nicht zum Pauschbetrag der Eltern.
Wie viele Aufträge darf ich bei einer Bank haben
Pro Institut ist nur ein Auftrag möglich. Er gilt für alle Kapitalerträge, die dort anfallen, also für Konto, Depot und Versicherung zusammen.
Was geschieht mit dem Auftrag, wenn ich ein Konto schließe
Beenden Sie den Auftrag bei der Schließung gesondert, sonst bleibt er bestehen und blockiert Betrag, den Sie anderswo brauchen könnten. Verteilen Sie die Summe danach neu.

Sterbegeldversicherung Nachlass und Bezugsrecht erklärt

Auf den Punkt gebracht

Ob die Sterbegeldversicherung zum Nachlass zählt, hängt am Bezugsrecht. Ist eine Person namentlich eingetragen, zahlt der Versicherer an sie, ohne dass das Geld in den Nachlass fließt. Fehlt eine Eintragung, oder heißt es nur allgemein die Erben, kann die Summe zum Erbe gehören und die Erbschaftsteuer berühren.

Die Sterbegeldversicherung Nachlass Frage taucht meist dann auf, wenn die Trauerfeier bezahlt werden muss und niemand weiß, wer auf das Geld zugreifen darf. Dahinter steckt keine Spitzfindigkeit des Erbrechts: Von der Antwort hängt ab, wer die Rechnung des Bestatters begleicht, ob Gläubiger auf die Summe zugreifen und ob das Finanzamt mitrechnet.

Sterbegeldversicherung Nachlass und Bezugsrecht erklärt

Wann die Sterbegeldversicherung zum Nachlass gehört

Der Anspruch auf die Auszahlung entsteht aus dem Versicherungsvertrag und nicht aus dem Erbrecht. Deshalb gilt in der Regel: Ist eine bestimmte Person als Bezugsberechtigter genannt, gehört die Summe nicht zum Nachlass. Sie fällt der genannten Person unmittelbar zu. Diese muss nicht zu den Erben zählen. Eine Freundin, ein Nachbar oder sogar das Bestattungsunternehmen kann eingetragen sein, wie unter anderem die LV 1871 auf ihrer Informationsseite beschreibt.

Anders sieht es aus, wenn niemand benannt ist. Dann zahlt der Versicherer an den Nachlass, und das Geld steht allen Erben gemeinsam zu, nach den Regeln der Erbengemeinschaft. Heikel ist auch die allgemeine Formulierung die Erben. Sie kann dazu führen, dass die Summe ebenfalls in den Nachlass fällt, und in solchen Fällen empfehlen Versicherer und Verbraucherschützer rechtliche Beratung. Der Versicherer verlangt zur Auszahlung üblicherweise die Sterbeurkunde und den Versicherungsschein.

Das Bezugsrecht prüfen und anpassen

Schauen Sie in den Versicherungsschein und in die Bedingungen. Dort steht, wer bezugsberechtigt ist und ob Sie das Recht später ändern können. Bei einem widerruflichen Bezugsrecht genügt meist eine schriftliche Mitteilung an den Versicherer, bei einem unwiderruflichen müsste die begünstigte Person zustimmen. Die genaue Regel hängt vom Vertrag ab, deshalb lohnt der Blick ins Kleingedruckte oder ein Anruf beim Kundenservice.

Für die Praxis sprechen drei Gründe für eine namentliche Eintragung. Die Summe kommt schnell an, denn der Weg über den Erbschein entfällt. Zweitens bleibt sie dem Zugriff von Nachlassgläubigern eher entzogen, was bei überschuldeten Verstorbenen entscheidend sein kann. Drittens lässt sich bestimmen, dass genau die Person das Geld erhält, die sich um die Beerdigung kümmert. Trennen sollten Sie diese Eintragung nicht von Ihrem Testament: Widersprechen sich beide, entstehen Streit und Rückfragen, die Angehörige in einer ohnehin schweren Zeit belasten.

Viele Verträge erlauben mehrere Begünstigte mit prozentualen Anteilen und einen Ersatzbegünstigten für den Fall, dass die erste Person vor dem Versicherten stirbt. Das vermeidet Lücken, in denen das Geld doch wieder im Nachlass landet. Prüfen Sie, ob Ihr Vertrag das vorsieht, und tragen Sie Namen, Anschrift und Geburtsdatum vollständig ein, damit der Versicherer die Person ohne Rückfragen findet.

Erbschaftsteuer und Bestattungskosten

Zahlt der Versicherer in den Nachlass, gilt die Summe als Teil des Erbes. Steuer fällt aber erst an, wenn der gesamte Nachlass den persönlichen Freibetrag übersteigt. Die LV 1871 nennt Freibeträge zwischen 20.000 Euro für entfernte Verwandte und 500.000 Euro für Ehepartner. Eine Sterbegeldversicherung liegt meist darunter, doch Bargeld, Wertpapiere oder eine Immobilie können die Grenze reißen. Der Versicherer meldet Auszahlungen außerdem dem Finanzamt.

Wie ernst das Finanzamt solche Policen nimmt, zeigt ein Urteil des Bundesfinanzhofs vom 10. Juli 2024 (Aktenzeichen II R 31/21). Geschwister hatten von einer verstorbenen Tante eine Sterbegeldversicherung geerbt, die gut 6.900 Euro auszahlte, bei Bestattungskosten von über 11.000 Euro. Das Finanzamt rechnete die Auszahlung zum Nachlass und zog nur die Pauschale von 10.300 Euro ab. Der Bundesfinanzhof entschied, dass die tatsächlichen Bestattungskosten voll als Nachlassverbindlichkeiten abziehbar sind. Den Fall verwies er zur Klärung der Gesamtsumme an das Finanzgericht zurück.

Bewahren Sie deshalb Rechnungen von Bestatter, Friedhof und Trauerfeier gut auf. Für die Steuererklärung nach einem Todesfall holen Sie Rat bei einem Steuerberater oder Fachanwalt für Erbrecht ein, denn Einzelfälle unterscheiden sich stark.

Was nach dem Todesfall zu tun ist

Melden Sie den Todesfall zügig dem Versicherer und halten Sie Sterbeurkunde und Police bereit. Wissen Angehörige nicht, ob eine Sterbegeldversicherung besteht, liefern Kontoauszüge des Verstorbenen häufig Hinweise: wiederkehrende Abbuchungen unter dem Namen eines Versicherers. Sind Sie als Erbe unsicher, ob Sie die Erbschaft annehmen sollen, klären Sie das vor jeder Auszahlung. Wie sich eine Ausschlagung auf die Versicherungssumme auswirkt, hängt vom Einzelfall ab, und ein Notar oder Fachanwalt kann das beurteilen.

Suchen Sie die Police zuerst in Ordnern, im Schreibtisch oder im Bankschließfach, und fragen Sie bei der Hausbank nach Zahlungen an Versicherer. Auch Notar und Steuerberater des Verstorbenen wissen häufig von bestehenden Verträgen, ohne dass Angehörige davon ahnen.

Informieren Sie außerdem alle Beteiligten schriftlich über die Auszahlung. Erhält ein Bezugsberechtigter die Summe, sollte er die Bestattung nachweislich bezahlen und die Belege aufheben. Diese Darstellung ist allgemeine Information und ersetzt weder Rechtsrat noch Steuerberatung. Wenden Sie sich bei Streit an eine Verbraucherzentrale, einen Notar oder einen Fachanwalt für Erbrecht.

Zahlt die Versicherung auch ohne Erbschein aus
Ist ein Bezugsberechtigter genannt, genügen meist Sterbeurkunde und Versicherungsschein. Ein Erbschein wird dann in der Regel nicht verlangt. Fällt die Summe in den Nachlass, kann der Versicherer einen Nachweis über die Erben fordern.
Darf das Bestattungsunternehmen als Bezugsberechtigter eingetragen werden
Nach Angaben der LV 1871 kann auch ein Bestatter eingetragen sein. Wie der Versicherer mit einem Überschuss umgeht, regelt der Vertrag, deshalb fragen Sie vor der Eintragung bei Ihrem Versicherer nach.
Wie werden die Beerdigungskosten bezahlt, wenn die Summe nicht reicht
Grundsätzlich tragen die Erben die Kosten aus dem Nachlass. Reicht das Vermögen nicht, können bestattungspflichtige Angehörige nach Landesrecht herangezogen werden. Einzelheiten klären Sie mit dem Ordnungsamt oder einem Fachanwalt für Erbrecht.